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Full text: Officieller Ausstellungs-Bericht - Die Telegraphen-Apparate (Gruppe XIV, Section 2)

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Dr. Leander Ditfcheiner. 
des Bahnhofes gelegenen Signale und Weichen von der Centralftelle jederzeit 
erfolgen. Die äufseren Signale find dabei als gewöhnliche Block-Signalapparate 
mit Semaphoren-Arretirung vorausgefetzt; die inneren können vom Centralapparate 
aus unmittelbar gezogen werden. Die Weichen bedingen eine mechanifche Ver 
bindung mit einem neben dem Weichenhebel aufgeftellteft elektrifchen Signal- 
käftchen einerfeits für elektrifche Löfung des Haltfignals, andererfeits behufs der 
mechanifchen Löfung desfelben vom Centralapparate die Verbindung mit einer 
einfachen Kettentrommel. (Zetzfche a. a. O.) 
Der ausgeftellte elektrifche'Weichenblock- Apparat mit (in der 
Blockleitung zum Einfahrtsfignale liegenden) Unterbrechungscontacten 
findet bei mehreren hintereinander liegenden, aber zufammengehörigen Weichen 
(einer Weichenftrafse) Verwendung. Denn von den Weichen einer folchen 
Weichenftrafse bedarf nicht jede, fondern nur die letzte eines die Einfahrt geftat- 
tenden elektrifchen Signalkäftchens, wie es bei dem Weichen-Centralapparat 
erwähnt wurde; die anderen Weichen dagegen werden mitUnterbrechungscontadlen 
in der Weife verfehen, dafs nur bei richtiger Stellung und Feftftellung der fämmt- 
lichen Weichen eine ununterbrochene Leitung vom Centralapparate nach der 
Einfahrtsweiche hergeftellt ift, und alfo auch nur in diefem Falle das elektrifche 
Signal von diefer Weiche nach dem Centralapparate gegeben werden kann. 
(Zetzfche a. a. O.) 
Der ausgeftellte vollftändige Bahnhofs-Deckungsapparat, 
beftehend aus einem Block-Signalapparate mit Wechfelarretirung der Semaphoren- 
winden und einem Block-Signalapparate mit Arretirungsfchieber als Bahnhofs- 
Apparat (Syftem Frifchen), ift für den Fall berechnet, dafs zwei Geleife I und II 
in ein drittes III fich verzweigen. Der Arretirungsfchieber geftattet dabei bei der 
erften Stellung nur die Ertheilung des Einfahrtsfignales an einen aus dem Geleife 
I kommenden Zug, bei feiner zweiten Stellung nur an einen aus dem Geleife II 
kommenden Zug; der Schieber wird zugleich in beiden Fällen nach Abfendung 
des Signales feftgehalten, bis der Zug auf dem Geleife III in den Bahnhof gelangt 
ift. Durch die Wechfelarretirung der Semaphorenwinden aber wird es dem 
Weichen- und Signalwärter zugleich unmöglich gemacht, dafs er den zweiten Flügel 
zum Signal „Frei“ ftellt, fo lange der erfte noch auf „Frei“ fteht, und umgekehrt. 
Diefe Arretirung wird einfach durch einen Stift vollzogen, welcher durch eine 
Schraube beim Drehen der Kurbel der einen Semaphorenwinde bewegt wird 
und fich in Folge deffen fperrend in die andere Kurbel einlegt. (Zetzfche a. a. O.) 
Aufser diefen von Siemens & Halske, und zum Theile auch von Sie 
mens Brothers in London ausgeftellten Eifenbahn-Telegraphenapparaten fanden 
fich ähnliche Apparate auch von den anderen Firmen ausgeftellt; fo z. B. Signal- 
Läute-Apparate für Wächterbuden von Gebrüder Naglo in Berlin, von Wiefen- 
thal & Comp, in Aachen, von der internationalen Telegraphenbau- 
Anftalt in Berlin, von H. Keitel in Wien, von der Telegraphenbau-Anftalt von 
B. Egger in Wien, von der allgemeinen Telegraphenbau-Gefell- 
fchaftinWien und vielen Anderen. Sowohl bei den von B. Egger, als auch 
jenen von der allgemeinen Telegraphenbau-Gefellfchaft ausgeftellten Läutewerken, 
ift ein Controlapparat angebracht, der die Anzahl der Glockenfchläge durch ebenfo 
viele in einen Papierftreifen gefchlagene Löcher erfichtlich macht. Bei dem Egger- 
fchen Apparate ift an der Achfe, an welcher auch der Hebelarm zum Anziehen des 
mit dem Glockenhammer in Verbindung flehenden Drahtes angebracht ift, einHebel- 
arm befeftigt, der, mit der Achfe fich hin- und herbewegend, auch eine Stange hin- 
und herbewegt, an welcher fich eine excentrifch herzförmige Scheibe befindet, 
welche beim Hingehen einen Stempel in das Papier drückt, fich dabei umkehrt, um fo 
frei wieder zurückzukommen, ohne neuerdings den Stempel zu drücken. Wie alfo 
ein Glockenfchlag ftattfindet, wird auch ein Loch in den Streifen gemacht, und fo 
controlirt, ob das Signal überhaupt und auch richtig gegeben wurde. Eine ähnliche 
Einrichtung hat das Leopolder ’fche Syftem der allgemeinen Telegraphenbau
	        
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