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Dr. Leander Ditfcheiner.
des Bahnhofes gelegenen Signale und Weichen von der Centralftelle jederzeit
erfolgen. Die äufseren Signale find dabei als gewöhnliche Block-Signalapparate
mit Semaphoren-Arretirung vorausgefetzt; die inneren können vom Centralapparate
aus unmittelbar gezogen werden. Die Weichen bedingen eine mechanifche Ver
bindung mit einem neben dem Weichenhebel aufgeftellteft elektrifchen Signal-
käftchen einerfeits für elektrifche Löfung des Haltfignals, andererfeits behufs der
mechanifchen Löfung desfelben vom Centralapparate die Verbindung mit einer
einfachen Kettentrommel. (Zetzfche a. a. O.)
Der ausgeftellte elektrifche'Weichenblock- Apparat mit (in der
Blockleitung zum Einfahrtsfignale liegenden) Unterbrechungscontacten
findet bei mehreren hintereinander liegenden, aber zufammengehörigen Weichen
(einer Weichenftrafse) Verwendung. Denn von den Weichen einer folchen
Weichenftrafse bedarf nicht jede, fondern nur die letzte eines die Einfahrt geftat-
tenden elektrifchen Signalkäftchens, wie es bei dem Weichen-Centralapparat
erwähnt wurde; die anderen Weichen dagegen werden mitUnterbrechungscontadlen
in der Weife verfehen, dafs nur bei richtiger Stellung und Feftftellung der fämmt-
lichen Weichen eine ununterbrochene Leitung vom Centralapparate nach der
Einfahrtsweiche hergeftellt ift, und alfo auch nur in diefem Falle das elektrifche
Signal von diefer Weiche nach dem Centralapparate gegeben werden kann.
(Zetzfche a. a. O.)
Der ausgeftellte vollftändige Bahnhofs-Deckungsapparat,
beftehend aus einem Block-Signalapparate mit Wechfelarretirung der Semaphoren-
winden und einem Block-Signalapparate mit Arretirungsfchieber als Bahnhofs-
Apparat (Syftem Frifchen), ift für den Fall berechnet, dafs zwei Geleife I und II
in ein drittes III fich verzweigen. Der Arretirungsfchieber geftattet dabei bei der
erften Stellung nur die Ertheilung des Einfahrtsfignales an einen aus dem Geleife
I kommenden Zug, bei feiner zweiten Stellung nur an einen aus dem Geleife II
kommenden Zug; der Schieber wird zugleich in beiden Fällen nach Abfendung
des Signales feftgehalten, bis der Zug auf dem Geleife III in den Bahnhof gelangt
ift. Durch die Wechfelarretirung der Semaphorenwinden aber wird es dem
Weichen- und Signalwärter zugleich unmöglich gemacht, dafs er den zweiten Flügel
zum Signal „Frei“ ftellt, fo lange der erfte noch auf „Frei“ fteht, und umgekehrt.
Diefe Arretirung wird einfach durch einen Stift vollzogen, welcher durch eine
Schraube beim Drehen der Kurbel der einen Semaphorenwinde bewegt wird
und fich in Folge deffen fperrend in die andere Kurbel einlegt. (Zetzfche a. a. O.)
Aufser diefen von Siemens & Halske, und zum Theile auch von Sie
mens Brothers in London ausgeftellten Eifenbahn-Telegraphenapparaten fanden
fich ähnliche Apparate auch von den anderen Firmen ausgeftellt; fo z. B. Signal-
Läute-Apparate für Wächterbuden von Gebrüder Naglo in Berlin, von Wiefen-
thal & Comp, in Aachen, von der internationalen Telegraphenbau-
Anftalt in Berlin, von H. Keitel in Wien, von der Telegraphenbau-Anftalt von
B. Egger in Wien, von der allgemeinen Telegraphenbau-Gefell-
fchaftinWien und vielen Anderen. Sowohl bei den von B. Egger, als auch
jenen von der allgemeinen Telegraphenbau-Gefellfchaft ausgeftellten Läutewerken,
ift ein Controlapparat angebracht, der die Anzahl der Glockenfchläge durch ebenfo
viele in einen Papierftreifen gefchlagene Löcher erfichtlich macht. Bei dem Egger-
fchen Apparate ift an der Achfe, an welcher auch der Hebelarm zum Anziehen des
mit dem Glockenhammer in Verbindung flehenden Drahtes angebracht ift, einHebel-
arm befeftigt, der, mit der Achfe fich hin- und herbewegend, auch eine Stange hin-
und herbewegt, an welcher fich eine excentrifch herzförmige Scheibe befindet,
welche beim Hingehen einen Stempel in das Papier drückt, fich dabei umkehrt, um fo
frei wieder zurückzukommen, ohne neuerdings den Stempel zu drücken. Wie alfo
ein Glockenfchlag ftattfindet, wird auch ein Loch in den Streifen gemacht, und fo
controlirt, ob das Signal überhaupt und auch richtig gegeben wurde. Eine ähnliche
Einrichtung hat das Leopolder ’fche Syftem der allgemeinen Telegraphenbau