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Full text: Officieller Ausstellungs-Bericht - Die Telegraphen-Apparate (Gruppe XIV, Section 2)

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Dr. Leander Ditfcheiner. 
durch diefe mit der Erde oder mit einer anderen Uhr in Verbindung ift. Zu beiden 
Seiten der Rolle 5 find in demUhrkaften die beiden permanenten Magnetftäbe M 
und M' fo angebracht, dafs fie bei den Hin- und Herfchwingungen derfelben 
ungehindert in diefe eintreten können. Die beiden Magnete kehren fich die 
gleichnamigen Pole zu und befinden fich in einer folchen Entfernung von ein 
ander, dafs auf der Höhe der Schwingung eines Pendels der eintretende Magnet 
bis in die Mitte der Rolle ragt und der andere dann eben im Begriffe ift, auszu 
treten. Oscillirt das Pendel P der Normaluhr nach links wie in der Zeichnung, 
fo geht ein pofitiver Strom von .5' nach Q' nach G KK G' s' durch die Rolle 
5 nach r und von dort weiter, oder in die Erde und durch diefe über E zurück, 
nach B'. Geht aber das Pendel nach rechts, fo geht der negative Strom von B 
nach Q, G, K, K, s', S, s, E, E' nach B. Denkt man fich nun die Pendel /'und P 
von rechts aus zu gleicher Zeit losgelaffen und hat dabei das Pendel P die 
Neigung, vorzueilen, fo kommt P' etwas früher auf der Höhe an und die Dauer 
des elektrifchen Stromes in der Rolle S wird fich nicht in zwei gleiche Hälften, 
(auf den Moment, wo P gerade auf der Höhe feiner Schwingung ankommt, bezogen) 
vertheilen, wie es gefchehen müfste bei vollkommen gleicher Schwingung der 
beiden Pendel, fondern es wird die gröfsere Hälfte der Stromdauer in die Periode 
des Rückganges fallen. Da nun eine von einem elektrifchen Strome durchfioffene 
Rolle als ein Magnet betrachtet werden kann und der Magnet M' fo gekehrt ift, 
dafs er die Rolle anzieht, wenn ein Strom in ihr im erwähnten Sinne circulirt, fo 
ift feine Anziehung auf die Rolle während des Aufganges nach links von gerin 
gerer Dauer, als während des folgenden Niederganges. Die Wirkung des 
Magnetes ift alfo eine die Bewegung des Pendels verzögernde. Gelangt das 
Pendel darauf zurückfchwingend über feinen tiefften Punkt auf die Höhe nach 
rechts, fo tritt wieder eine kurze Zeit vor Erreichung des höchften Punktes ein 
negativer Strom in die Rolle, der wieder wegen Voreilens von P feiner Dauer 
nach zur gröfseren Hälfte auf den Rückgang fich vertheilt, wefshalb jetzt der 
Magnet M verzögernd wirkt, da er der Rolle denielben Pol zukehrt wie AT, und 
fie felbft ihm wegen erfolgten Stromwechfels nun auch auf diefer Seite einen 
anziehenden Pol entgegenführt. Der austretende Magnet kommt bei diefem Pol- 
wgchfel in der Rolle auch dem anderenMagnet zu Hilfe. Hat die Uhr/' anderenfalls 
die Neigung, zurückzubleiben, fo treten die Ströme, welche die Normaluhr aus- 
fendet, in der Rolle S der gröfseren Dauer nach beim Auffteigen des Pendels auf 
und befchleunigen fo die Bewegung desfelben. In beiden Fällen tritt bei jedem 
Pendelfchlage eine reguürende Thätigkeit ein, welche die Differenz der Gleich- 
fchwingung um eine äufserft kleine Gröfse geringer macht und diefe Differenz 
endlich nach mehreren Schwingungen gänzlich aufhebt. Dann treten die Ströme 
in die Rolle und verfchwinden aus ihr in gleichen Momenten vor der Erreichung 
des höchften Punktes und die Magnete befchleunigen foviel, als fie verzögern, fo 
dafs ihre Gefammtwirkung gleich Null ift. Sie beginnen aber fofort wieder ihre 
reguürende Thätigkeit, fobald in Folge von Temperatur- und fonftigen Einflüffen 
fich eine Differenz einzuftellen beginnt. Die Uhr mit dem Pendel P foll eine gute 
Uhr fein, das heifst, fie foll felbftftändig einen fo guten Gang haben, dafs im Laufe 
von circa einer Stunde fich nur Differenzen von Bruchtheilen einer Secunde zeigen 
würden. Da nun die reguürende Wirkung der elektrifchen und magnetifchen 
Kräfte grofs genug ift, folche, wenn fie entftanden, auszugleichen, fo folgt, dafs eine 
zeitweilige Unterbrechung der Regulirungsvorrichtungen von geringer Dauer von 
keinem Belang fein kann. Es ift fomit die Nothwendigkeit, Unterbrechungen 
wegen Reinigung der Contadle vorzunehmen, möglich. Die Herftellung des vorhin 
befchriebenenen Regulirungsfyftemes geftattet noch eine beträchtliche Verein 
fachung, da es nicht nothwendig ift, jede Secunde einen Regulirungsftrom von der 
Normaluhr auszufenden; es genügt, wenn diefsjede zweite Secunde gefchieht, und 
die Ströme können dann immer gleichgerichtet fein. Damit fällt eine Batterie und 
eine Unterbrechungsvorrichtung weg. Bei der in Hamburg projedlirten Anlage
	        
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