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Full text: Officieller Ausstellungs-Bericht - Die Telegraphen-Apparate (Gruppe XIV, Section 2)

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Dr. Leander Ditfcheiner. 
der Lichtbogen von Neuem entzündet und in der urfprünglichen durch die Spann 
kraft der Abreifsfederybeftimmten Länge wieder herftellt. Bei Anwendung 
fogenannter Wechfelftröme, wie fie unter Umftänden von dynamo-elektrifchen 
Mafchinen hervorgebracht werden, arbeitet die Lampe und fpeciell der elektro- 
magnetifche Motor in gleicher Weife, nur mit dem Unterfchiede, dafs die Oscilla- 
tionen des Ankers fchon an und für lieh in Folge des lleten Wechfels der Pole 
im Elektromagnete, alfo auch ohne Beihilfe des Ausfchlufscontadtes c auftreten 
würden. Nur mufs, wenn der elektrifche Lichtbogen feine Lage im Raume län 
gere Zeit beibehalten foll, das Verhältnifs der Gefchwindigkeiten, mit welchem 
fich die beiden Kohlenfpitzen bewegen, geändert werden, da bekanntlich bei 
gleichgerichteten Strömen die eine mit dem pofitiven Pole verbundene Kohle, 
ungefähr doppelt fo rafch abläuft wie die andere, was bei Anwendung von Wechfel- 
ftrömen nicht der Fall ift. Dem entfprechend ift eine Einrichtung getroffen, dafs 
durch Drehen eines nach aufsen liegenden Kopfes die beiden an den Kohlenhäl- 
tern befeltigten Zahnftangen zum Eingriffe in einen und denfelben Trieb oder in 
zwei verfchiedene auf gleicher Achfe fitzende Triebe, deren Durchmeffer lieh ver 
halten wie i : 2, gebracht werden können. Diefe Lampe zeichnet fich, abgefehen 
von ihrer doppelten Anwendbarkeit, vor anderen hinfichtlich ihrer Leitungen 
vergleichbaren Syltemen durch grofse Einfachheit Und Ueberfichtlichkeit der Con- 
ftrudtion verbunden mit hoher Präcifion der Regulirung aus. Die letztere ift vor 
nehmlich dadurch begründet, dafs nicht zwei Ruhelagen des Ankers, die eine in 
angezogener, die andere in abgefallener Stellung, ünd dem entfprechend mehr 
oder weniger verfchiedene Stromftärken, refpedtive Bogenlängen, auftreten kön 
nen, vielmehr die Stromftärke oder Bogenlänge beltimmt ift durch das eine 
Moment des Anzuges des Ankers, welchem der Wiederabfall Itets unmittelbar 
felbftthätig folgt. Es ift keine Feder vorhanden, welche während der Thätigkek 
der Lampe von Zeit zu Zeit aufgezogen werden müfste, der dafür neu eingeführte 
Contact braucht nicht gereinigt zu werden, da an ihm nur fchwache Funken auf 
treten. Die Lampe ift von gefälliger äufserer Form und fo gebaut, dafs die 
Löfung von nur zwei Schrauben genügt um alle Hauptbeftandtheile mit der Hand 
herausnehmen zu können. (Autographirte Mittheilung von Herrn Siemens & 
Halske.) 
Eine andere f elb ft r e g u 1 i r e n d e elektrifche Lampe für Wech 
felftröme ift für Ströme von fortwährend wechfelnder Richtung beltimmt, wie die- 
felbe von fpeciell für die Erzeugung von elektrifchem Licht conftruirten magneto- 
elektrifchen Mafchinen hervorgebracht und wegen der damit verbundenen gün- 
ftigeren Verbrennung der Kohlenfpitzen mit Vortheil in Anwendung gebracht 
werden. Diefelbe regulirt die Länge des elektrifchen Lichtbogens mit ungemei 
ner Schärfe und zeichnet fich aufserdem durch grofse Einfachheit des ihr zu 
Grunde liegenden Principes, welches ohne Anwendung eines Räderwerkes aus 
geführt ift, aus. Sämmtliche zum Anftecken des elektrifchen Lichtbogens und zur 
Regulirung der Länge desfelben nöthigen Bewegungen werden durch zwei pola- 
rifirte Elektromagnete hervorgebracht, wie diefelben im Siemens-Halske’fchen 
Indudtionsrelais und verfchiedenen anderen Apparaten vielfach in Anwendung 
gebracht find. 
Zwifchen den einander zugekehrten Polen N y AundA 7 ', S' (Fig. 2j TafelIV) 
eines jeden diefer Elektromagnete kann fich eine durch einen dahinter liegenden 
ftarken Stahlmagnet (AI und AI') dauernd polarifirte Stahl- oder Eifenzunge Z 
und Z' hin- und herbewegen foweit diefs zwei Anfchläge a, b und a\ b' geftatten. 
In Folge des durch die Einwirkung der Wechfelftröme fortwährend in den 
Elektromagneten auftretenden Polwechfels und der damit verbundenen ver- 
fchiedenfeitigen Anziehung der Zungen würden diefe dauernd in oscillirende 
Bewegung verfetzt werden, wenn fie nicht aufserdem durch eine regulirbare 
Feder ff nach dem einen ihrer Anfchläge a, b' gezogen würden. Dadurch wird 
erreicht, dafs die Stärke der die Umwindungen der beiden Elektromagnete
	        
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