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gewissen geheimnisvollen Zauber verlieh. Hier gibt die arabische Schrift
einen bestimmten Sinn; doch ist dies nicht immer der Fall. 1
Die Inschriften der Alba sind ebenso wie die übrigen Goldstickereien
aus ganz feinen, niedergenähten Golddrähten (nicht übersponnenen Fäden)
ausgeführt; die zum Niedernähen benützte gelblich-weiße Seide bildet ganz
klare Zickzacklinien. In den Säumen und besonders in den oberen Teilen
der Alba tritt noch reiche Perlenstickerei hinzu.
In den unteren Ärmelsäumen (vgl. Tafel 70c) finden sich schräg
gestellte Quadrate, die durch breite Bänder getrennt sind; in den Quadraten
sind abwechselnd einköpfige Adler und freie, nicht mit der Umfassung
verwachsende Palmetten dargestellt; diese ähneln schon sehr den späteren
Granatapfelmustern.
In die oberen Ärmelstreifen bringen Vierpässe, 2 die auch in den
Halsteilen eine Hauptrolle spielen, noch jene klare Gliederung, die wir
von den früheren Kreisen her gewohnt sind, aber wieder in reicherer Form.
Gegenüber den Ornamenten des Kaisermantels und besonders der
Einsatzstreifen der Schuhe fällt die reiche Form des Rankenwerkes auf, das
sich aus den Schwänzen der Greifen entwickelt und von einerGruppe immer
weit in die darüberstehende hinaufreicht. Auffällig ist die Verschmelzung
der Rankenlinien mit den Tieren. Im Geiste nahestehend sind die bereits
besprochenen Gewebe auf Tafel 78 c, d. Das Stück auf Tafel 78 c wurde in
einem ägyptischen Grabe gefunden, mag also ägyptisch-sarazenisch sein;
doch ist dies nicht unbedingt sicher. Das mittlere Baumwerk ist dem auf
Tafel 77 d in vieler Beziehung ähnlich.
Verwandt in der Auffassung ist auch etwa die Rose an der Erztüre
der Grabkapelle Boemunds zu Canosa, 3 bei der die schlanken Tierleiber,
die lebendig behandelten Vögel und die fast klassischen Palmettenformen mit
der rein orientalischen Linienverschlingung eine ganz eigenartige Ver
bindung eingehen.
Dabei hat das Ganze jene eigentümlich zierliche und etwas kühle
Wirkung, wie wir sie als kennzeichnend für die weitere italienische Ent
wicklung noch wiederfinden werden.
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Wir wollen nun noch einige, über verschiedene Orte verteilte Arbeiten
erwähnen, die im Zusammenhänge mit den süditalienisch-sizilischen wohl
am leichtesten ihre Erklärung finden. Doch soll hier keineswegs auf Voll-
1 Man vergleiche hiezu auch das später (Seite 109) Gesagte.
2 Bock a. a. O., Tafel 26, Nr. 40.
3 H. W. Schulz und Ferd. v. Quast, „Denkmäler der Kunst des Mittelalters in Unter
italien“ (Dresden 1860), Tafel XL1.