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Sehr beliebt als Grundlage der Musterung ist das übereckgestellte
Viereck, das wir schon auf Tafel 50a, 60, 70b gesehen haben; jetzt nimmt
es aber die Gestalt von Rauten (Rhomben) an. Man vergleiche im Inventare
des Nachlasses Karls V. von Frankreich:
3362. „Item, sept pieces de drap
d’or d’oultremer sur champ noir, ä
lozanges de soye noire, et dedans
lesdictes lozanges a pommettes et
rozectes d’or.“
„Desgleichen 7 Stück über
seeischer Goldstoff’ mit schwarzem
Grunde und schwarzen Rauten von
Seide, darin Äpfel und Rosetten von
Gold.“
Auch kommen solche Rauten mit anderen Formen gemischt vor, wie
in Nr. 3364 desselben Verzeichnisses. Erhalten haben sich die Rauten
musterungen vielfach in Wappen, die ja zum großen Teile auf Stoffmuster
dieser Glanzzeit des Rittertumes zurückgehen. Vgl. Tafel 181a.
Häufig finden wir Monde, Sonnen und Sterne, die unter anderem
auch schon in dem Inventare der Capelia palatina zu Palermo genannt
wurden (vergleiche auch Tafel 74 c). Für die Häufigkeit des Sternmusters
im Mittelalter bringt Francisque-Michel sehr viele Beispiele; aus dem
Inventare Karls V. 1 seien folgende herausgehoben:
1074. „Item une chappelle
blanche entiere, de dyapre seme de
sollaiz d’or“
Nr. 1091.
estoilles d’or.‘
Nr. 1081.
Chippre.‘
,ä soullais et ä
,sollaiz d’or de
Desgleichen eine vollständige
weiße Kapelle aus »Diasper« mit
Goldsonnen bestreut.“
. . . „mit Goldsonnen und
Sternen“.
... „mit Sonnen aus cyprischem
Golde.“
In Stickerei ausgeführt finden sich diese Motive bei den folgenden
beiden Stücken:
Nr. 1091. „Une chappelle de „Eine Kapelle aus blauem
veluiau azure, brodee ä soullaiz Samt, gestickt mit goldenen Sonnen
et ä estoilles d’or et ä croissans und Sternen und silbernen Monden.“
d’argent. . .“
Ebenso in Nr. 3826. Doch haben wir hier offenbar nordische, durch
südliche Stoffmuster angeregte Arbeiten vor uns. Man vergleiche die Tafeln
174c, 175a und 162d.
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Besondere Wichtigkeit erlangen in dieser Zeit aber die Pflanzen
motive. „Palmät“, „palmät side“ (Palmenstoff) kommt bei Wolfram von
i A. a, O, II., Seite 13 ff.