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In einem anderen Falle wird besonders hervorgehoben, daß die
Blumen „naturalistisch“ ausgeführt waren
„Huit pieges de brocat de
Florence, fonds d’argent trait, ä
ramages d’or profilez de noir, avec
fleurs et festons de fleurs de soye
au naturel.
„Acht Stück Florentiner Bro
kate, Grund gezogenes Silber, mit
Goldzweigen, schwarz „profiliert“,
mit Blumen und Blumengehängen
aus Seide in natürlicher Art. . .“
Bemerkenswert ist auch folgende Beschreibung: 2
„Un lit de repos, de brocat de „Ein Ruhebett, von Florentiner
Florence ä figures, fontaines, feuil- Brokat mit Figuren, Springbrunnen,
lages et oiseaux, de soye verte et j Blättern und Vögeln, aus grüner
aurore et un fil d’argent trait.“ und morgenroter Seide mit ge
zogenem Silberfaden.“
„Fontänen“ scheinen überhaupt ein beliebtes Muster der Florentiner
Brokate zu sein. 5 Man vergleiche Tafel 273.
Auch figürliche Darstellungen, wie wir sie auf Tafel 274 sehen, werden
wir noch häufig bei Barockstoffen erwähnt finden.
Um die großartige, doch etwas schwere Pracht des barocken
Rankenwerkes richtig zu würdigen, ist es übrigens von Vorteil, die
aus Leder hergestellten Wandbespannungen zum Vergleiche heran
zuziehen; denn sie entsprechen den Absichten der Zeit zum Teile
besser als die Stoffe selbst. Es tritt beim Leder noch die Möglichkeit
der Pressung und damit eines schwachen Reliefs hinzu, wie wir es gleich
zeitig etwa in der sogenannten Venezianer Reliefspitze erstrebt sehen.
Die Schwere, die dem Leder anhaftet, stört nicht, da man eben nur schwere
Wirkungen beabsichtigt; geht man in dieser Zeit doch so weit, Antependien,
Kasein und andere Kirchengewänder aus gepreßtem, vergoldetem und mit
verschiedenen Farben lasiertem Leder herzustellen, ein Brauch, der nach
der Barocke wieder völlig abkam und kirchlich sogar untersagt wurde,
der Barockzeit aber völlig entsprach.
Wir bringen auf Tafel 275 b einen Ausschnitt aus dem Familienbildnisse
des Kaufmannes Gelfing von Gabriel Metsu (f 1667) im Berliner Museum.
Die Tapete zeigt in Gold, Rot und Weiß auf Grau ein mächtiges, versetztes
Rankenwerk mit großen fratzenartigen Köpfen, Voluten, Blumengehängen
und Bändern, schwebenden Engeln und Vögeln. Trotz der Üppigkeit und
Kühnheit der Formen im einzelnen haftet dem Ganzen doch wieder eine
1 A. a. O. II., Seite 182, Nr. 17.
2 A. a. O. II., Seite 489, Nr. 2007.
= Vgl. a. a. O. II., Seite 181, Nr. 4, Seite 216, Nr. 60.