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„Fecit Leo (III.) vestem siricam
rosatam albam, habentem in medio
crucem de chrisoclabo cum orbiculis
et rotas siricas, habentes storias
Annuntiationis seu Natale Domini
nostri Jesu Christi atque Passionem
et Resurrectionem, necnon et incoelis
Ascensionem atque Pentecosten.“
„(Leo III.) ließ ein weißes, sy
risches, mit Rosetten geziertes Ge
wandstück anfertigen, das ein Kreuz
aus Goldpurpur in der Mitte hat, mit
Kreisen und syrischen Rädern, darin
die Geschichten der Verkündigung
und der Geburt unseres Herrn Jesu
Christi sowie die Passion und die
Auferstehung, die Himmelfahrt und
das Pflngfest.“
Nach dieser Stelle könnte man annehmen, daß die „syrischen Räder“
(rotae siricae) eine bestimmte Art von Kreisschmuck bezeichnen, vielleicht
mit Herzblattpalmetten (Tafel 45), die ja auch gestickt verkommen konnten.
Erhalten ist uns keine umfangreichere Stickerei dieser Epoche; gering
fügige Reste in Seidenflachstich auf Leinen, etwa Tafel 12 a vergleichbar,
bietet Forrer („Seidentextilien“ Tafel 14 ff.).
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Ehe wir die Weiterentwicklung der spätantiken Formensprache in der
Weberei und Stickerei betrachten, wollen wir hier einige kurze Bemerkungen
über die Technik der ältesten Stoffe hinzufügen.
Die bereits erwähnte Charta Cornutiana (Seite 6) führt leinene Stoße
an, die aus Aquitanien kamen, ganzseidene (olosiricus) und halbseidene
(tramosiricus). Der bei Seidenstoffen vielgenannte Purpur war meist blau
oder rot-violett; doch finden sich in der Charta auch genauere Farben
bezeichnungen, die Beißel (a. a. O. Anmerkung 12) in der folgenden
Weise erklärt: „leucos“ glänzend weiß, „albus“ weiß, „melinus ge ^
„rhodinus“ rosenrot, „porphyreus“oder„purpureus“ purpurrot, „blatteus
mit dem Safte der Purpurschnecke (blatta) gefärbt, „coccus scharlac -
rot, „prasinus“ grün. Als Mischfarben aus diesen Grundfarben sieht
Beißel die folgenden an: „leucorhodinus“ helles Rot, „coccoprasinus
grünrot, „coccomelinus“ gelbrot, „rhodomelinus“ ein feineres Gelbrot
Wahrscheinlich Abarten des „blatteus“ wären dann: „blactosimus un
„elioblactus“, ausgesprochener Purpur: „teleocoporphyrus“, Abarten
des Porphyrs: „leucoporphyreus“, „prasinopurpureus“ und „melino-
porphyreus“. Sonst kommt in älteren Erwähnungen noch häufig „casta-
neus“, braun, als Farbenbezeichnung vor. 1
Die tiefen Purpurtöne wurden durch zweimaliges Farben mit ver
miedenen Säften erzeugt, daher der Ausdruck „dibapha“ zweimal
'Wozu man Robert Fleury, „La messe“,
VIII., Seite 31 ff. vergleichen möge.
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