Wohnungsbeschaffung und des Städtebaues zu beauftragen. Diese Berichte bedeuten
die praktische Frucht eines weit umfangreicheren Studiums.
Eine kurze Einführung. zu einer Bücherschau, die so verschiedenartige Bücher um
faßt, kann nicht mehr als einige der interessanteren Seiten des Städtebauproblems
erwähnen. Es gibt noch weit mehr Bücher als die oben angeführten, die sich mit
besonderen Seiten des englischen Städtebaues befassen. E. J. Carter.
Berichte über Städtebauprojekte
1. Der Barlow-Bericht
Der erste der Untersuchungsausschüsse begann seine Enquete unter dem Vorsitz
von Sir Montagu Barlow im Jahre 1937. Er erwähnt folgende Punkte, die ihm
wichtig erscheinen:
„Ermittlung der Gründe, welche die gegenwärtige Verteilung der Arbeiter
bevölkerung von Großbritannien beeinflußt haben und der Richtung, die eine
Änderung in dieser Verteilung in Zukunft voraussichtlich nehmen würde. Er
mittlung der sozialen, wirtschaftlichen und strategischen Nachteile, die aus der
Zusammendrängung der Industrien und der Industriebevölkerung in großen Städten
oder in speziellen Gegenden des Landes entstehen würden, und Verfassung eines
Berichtes darüber, ob und welche Abhilfemaßnahmen im Interesse des Gesamt
volkes dagegen ergriffen werden können.”
Die Studienergebnisse der Kommission wurden 1941 veröffentlicht; die Denkschrift
ist unter dem Namen des Barlow Report bekannt. Unter den in erster Linie
empfohlenen Maßnahmen sind die folgenden neuen Punkte, die das Alpha und
Omega des britischen Städtebaues geworden sind, enthalten:
1. Angesichts der Natur und der Dringlichkeit des Problems, das dem Ausschuß
vorlag, ist ein gemeinsames Vorgehen aller notwendig.
2. Zu diesem Zweck ist eine Zentralstelle notwendig, welche die Interessen des
ganzen Landes umfaßt und vertritt.
3. Die Tätigkeit dieser Stelle muß sich von der jeder anderen staatlichen Stelle
unterscheiden und über deren Machtbereich hinausgehen.
4. Die Ziele dieser das ganze Land umfassenden Aktion sollen sein:
a) Fortgesetzter und weiterer Umbau dichtbesiedelter Städte, wo es notwendig ist.
b) Dezentralisation oder Umsiedlung von Industrien sowie der industriellen Be
völkerung solcher Gegenden.
c) Förderung einer möglichst gleichmäßigen industriellen Entwicklung in den ver
schiedenen Teilen Großbritanniens mit entsprechender Verschiedenartigkeit der
Industrie in jedem Teilgebiet des Landes.
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