Vorwort
Die Besucher dieser Ausstellung sollten versuchen, sich die Größe des Problems
klarzumachen, das Großbritannien zu lösen hat, um auf einer verhältnismäßig
kleinen Insel Wohnungen für 47 Millionen Menschen zu beschaffen, ohne daß sie
auf allzu gedrängtem Raum und in ungesunden Verhältnissen leben.
Das Wort „Planung“ ist für manche gleichbedeutend mit „Einschränkung“ ge
worden, denn in den Kriegsjahren wurden unsere Ernährung, unsere Arbeit, unsere
Reisen und viele andere Dinge für uns geplant. Obwohl es dadurch gelang, den
Krieg als Nation zu überstehen, war es zweifellos für viele Menschen lästig, da
sie dadurch vorübergehend ihrer gewohnten Freiheit des Handelns beraubt wurden.
Daher werden Friedensprojekte, die sich mit einer Planung unserer Wohnungen,
unserer Arbeitsstätten und unserer Freiheit befassen, begreiflicherweise leicht Miß
trauen erregen. Dieses Mißtrauen ist nicht gerechtfertigt, denn die Planung macht
es möglich, die angestrebten Ziele in der besten und einfachsten Form zu er
reichen. Das Gegenteil von Planung ist Willkür, die, wenn man sie nicht ein
dämmt, zu Elend und Verwahrlosung führt.
Das eigentliche Ziel der Städtebauplanung ist, Dingen, die sonst trübselig wirken
würden, ein freundliches Aussehen zu geben und die Schönheiten der Natur zum
Vorschein zu bringen, anstatt sie zu verbergen, den entsprechenden Raum für Arbeit
und Erholung zu schaffen und dafür zu sorgen, daß jedes Mitglied der Gesellschaft
Gelegenheit hat, ein vielseitiges, gesundes und glückliches Leben zu führen.
Die Städtebauplanung ist keineswegs eine Geheimwissenschaft, die nur wenige ver
stehen, sondern im Gegenteil etwas, an dem jeder mitarbeiten kann. Die meisten
Menschen haben einen schöpferischen Sinn, der sich in der Art zeigt, wie sie ihre
Häuser einrichten und ihre Gärten anlegen, und Städteplanung ist, auf die einfachste
Formel gebracht, nur eine Frage des Einrichtens und Anordnens in größerem und
komplizierterem Stil.
Bei der Anlage dieser Ausstellung haben wir uns bemüht, den Gebrauch kompli
zierter Darstellungen zu vermeiden und möglichst viel an Hand von Photographien
und Modellen zu zeigen. Die Pläne, die zur Erläuterung der Theorien notwendig
sind, wurden so einfach gehalten, daß auch Laien sie verstehen und hoffentlich für
die Aufgabe, die uns gestellt ist, Verständnis gewinnen werden.
A. IV. Kenyon.