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MAK

Full text : Soziale Wohnkultur

Architekt  oskar  payer  /  SON  N  EN  DURCH  FLUTETE  KLEINWOHNUNGEN

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Die  Masse  der  Wohnungssuchenden  strebt  danach, ­
  endlich  eine  eigene,  wenn  auch  kleine  Wohnung ­
  zu  erlangen.  Dabei  ist  es  grundlegend  falsch,
zu  glauben,  die  kleine  Wohnung  muß  der  hohen
Baukosten  wegen  gebaut  werden.  Nein,  die  kleine
Wohnung  ist  viel  eher  eine  Folge  der  Notwendigkeit, ­
  die  Arbeit  im  Haushalt  zu  erleichtern,  die
konstanten  Ausgaben  an  Miete,  Licht,  Beheizung  usw.
auf  ein  Minimum  zu  reduzieren.  Wir  Architekten
bauen  heute  die  Wohnung  nicht  so  wie  früher:  wir
bauen  kein  Haus,  in  dem  irgendwie  die  Räume
eingeteilt  werden  und  dann  der  arme  Besitzer  vor
unlösbaren  Möblierungsproblemen  steht,  sondern
wir  gehen  heute  den  umgekehrten  Weg.  Nachdem
das  Funktionelle  das  Primäre  einer  Wohnung  ist,
gestalten  wir  zuerst  die  notwendigen  Möbel  und
Einrichtungsgegenstände,  die  zur  Erfüllung  der
Wohnfunktionen  notwendig  sind,  gestalten  den
dazugehörigen  Raum,  und  erst  dann  entsteht  das
Gebäude,  das  Haus.
Aber  auch  sämtliche  technische  Errungenschaften
und  Erkenntnisse  sind  der  Wohnungsgestaltung
nutzbar  zu  machen.  So  war  für  alle  Kulturepochen
das  Fenster  und  seine  Lichtspende  das  Grundelement ­
  der  Gestaltung.  In  unserer  Zeit  kann  nun
endlich  durch  den  Eisenbeton  das  Maximum  an
Licht  und  Sonne  für  die  Wohnung  erreicht  werden.
So  haben  Untersuchungen  ergeben,  daß  ein  durch
Horizontalfenster  beleuchteter  Raum  achtmal  stärkere ­
  Beleuchtungsintensität  aufwies  als  der  gleiche
Raum  mit  Vertikalfenstern  der  gleichen  Fensterfläche. ­
  Der  gesamte  Raum  wird  bei  großem  Horizontalfenster ­
  von  Wand  zu  Wand  gleichmäßig  be-20


            
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