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Full text: Amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 - Erstes Heft

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Gruppe I. Bergbau und Hüttenwesen. 
gewesenen Silber abgeschieden und 21'38 Proc. in 1016 Ctr. Kupfer 
lech, mit einem Silberverlust von überhaupt 1'4 Proc., ausgebracht 
worden. Der circa 66 Proc. Kupfer und 12 Proc. Silber enthaltende 
Lech wird nach der Abröstung mit Schwefelsäure behandelt und dadurch 
das Silber gewonnen. 
Die Production an Blei hat in den letzten Jahren keine sehr er 
hebliche Steigerungen erfahren, wohl aber lässt sich nicht verkennen, 
dass die Mehrzahl derjenigen Hütten, welche unreinere Erze zu ver 
arbeiten genöthigt sind, darauf bedacht waren, eine grössere Reinheit 
ihres Verkaufsproducts zu erzielen. Dazu bietet namentlich in Bezug 
auf das Kupfer, und dieses ist hier ganz besonders zu berücksichtigen, 
die Entsilberung des Bleies durch Zink das erfolgreichste Mittel dar. 
Besonders sind es die bedeutenderen silber- und bleiproducirenden 
Hüttenwerke von Deutschland, Belgien und Oesterreich, welche wegen 
des Umfangs und der Vollständigkeit ihrer Ausstellung hier besondere 
Erwähnung finden mögen. 
Einen der interessantesten Punkte in dieser Beziehung bildete die 
Zusammenstellung der Producte der königl. preuss. Hütten des 
Oberharzes, der königl. Friedrichshütte bei Tarnowitz sowie 
der fiscalischen Hütten bei Freiberg. Der Silber- und Bleierz 
bergbau am Oberharze hat sich in neuerer Zeit in jeder Hinsicht 
zu einer ausserordentlichen Blüthe entfaltet, man ist aber auch nicht 
minder in dem letzten Jahrzehent bemüht gewesen, die Schmelzprocesse 
durch Einführung vollkommnerer Apparate und Verfahrungsarten auf 
gleiche Höhe zu bringen, und so sah man neben einer sehr vollständigen 
und instructiven Ausstellung über die Aufbereitung, die Producte der 
mehrförmigen Rundschachtöfen, sowie diejenigen des Zinkentsilberungs 
verfahrens mit Wasserdampf von Lautenthaler Hütte. In dem Ober 
harzer Verkaufsblei (160000 Ctr. im Jahre 1872) befinden sich jetzt 
nur noch etwa 0’0015 Proc. Kupfer. In nicht minderem Grade haben 
auf der königl. Friedrichshütte bei Tarnowitz die Processe wesentliche 
Verbesserungen erfahren. 
Die Ausstellung der vielfältigen und ausgezeichneten Handels- 
producte der Freiberger Hütten legt ebenso sehr Zeugniss von der 
complicirten Beschaffenheit der dortigen Erze, als auch von der hohen 
Stufe der Entwickelung der Hüttenprocesse ab, bei denen auf die Ab 
scheidung und Gewinnung von neun Metallen (Antimon und Zinn in 
Legirung mit Blei, sowie Kobalt und Nickel in Speise) Bedacht genom 
men werden muss. Die jetzt vielfach verbreiteten mehrförmigen Rund 
schachtöfen zum Verschmelzen von Silber-, Blei- und Kupfererzen haben, 
wie schon oben hervorgehoben wurde, von Freiberg aus seit dem Jahre 
1866, wo dort der erste derartige Ofen gebaut wurde, ihre Wanderung 
angetreten. Die Ausdehnung der bedeutenden Anlagen für Rauehcon- 
densation bei den Freiberger Hütten war durch grössere ausgehängte
	        
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