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Full text: Amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 - Erstes Heft

Section III. Andere Zweige d. Hüttenw. Antimon. Wismuth. 97 
8. Antimon. 
Das Antimon, welches nur eine beschränkte Anwendung findet 
und hauptsächlich als Legirungsmetall dient, wird bekanntlich in Form 
von Schwefelantimon (Antimonium crudum) und Regulus in den Han 
del gebracht;^ ein sehr beträchtlicher Theil davon kommt aber gar 
nicht zur getrennten Ausscheidung, sondern gelangt als Hartblei aus 
fast allen Bleihütten in den Verkehr. Eigentliche Antimonerze besitzen 
namentlich Oesterreich-Ungarn, Frankreich, Algier und Corsica, 
Amerika, Sibirien, Indien, Australien, in geringeren Mengen auch 
Deutschland (Harz, Sachsen, Westfalen), und waren von verschiede 
nen der genannten Länder die Mineralien und daraus erzeugten Pro- 
ducte ausgestellt. — In Oesterreich hat sich in Folge der zu Mille- 
schau in Böhmen gemachten Aufschlüsse die Antimonproductipn wesent 
lich vermehrt, von 1413 Ctr. Antimonium crudum und Regulus 1867 auf 
4121 Ctr. 1871. Von jenem Orte hatte das Antimon-Berg- und Hütten 
werk ein grosses 2308 Pfd. wiegendes Gangstück, sowie Antimonproducte 
und Lagermetall geliefert. Der Verkaufspreis beträgt dort 45 fl. österr. 
für Regulus, 24 fl. für Antimonium crudum. — In Ungarn, wo die be 
treffenden Erze hauptsächlich im Montanbezirke von Oberungarn, Nagy- 
banya und dem Banate Vorkommen, ist dagegen die Production beträcht 
lich zurückgegangen, nämlich von 8694 Ctr. an Rohantimon und Erz 1867 
auf 2553 Ctr. 1871. Von der Stephanshütte war Antimonspeise (soge 
nanntes Rohantimon) vorhanden, welches mit etwa 85 Proc. Antimon 
und 10 Proc. Kupfer aus den Amalgamationsrückständen und Spleiss- 
abzügen gewonnen wird; ferner Regulus und Antimonium crudum von 
Ign. Fritsche aus derHütte zuObermetzenseifen (jährlichePro 
duction 200 bis 300 Ctr. Metall, 600 bis 800 Ctr. Antimonium crudum , 
von L. Maderspach aus Berzete bei Rosenau und Sam. Die 
ner & Sohn aus Liptö-Szt-Miklos. Schliesslich mag nicht unerwähnt 
bleiben, dass auch die britischen Colonien durch mehrere Firmen aus 
Victoria vertreten waren, nämlich durch das Mining Department und 
die Costerfield Gold undAntimony Company zu Melbourne, Hope-Mining- 
Company zu Woods Point, Gips Land und die United Ovens Gold and 
Tin Mining Campany. 
9. W i s m u t li. 
Bei der spärlichen Verwendung dieses Metalls in der Technik 
kann es nicht überraschen, dass sich dasselbe auf der Ausstellung nur 
Wiener Weltausstellung. T. 
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