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MAK

Full text : Amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 - Erstes Heft

Allgemeines.
gefunden,  obwohl  sie  in  neuerer  Zeit  die  gerechte  Aufmerksamkeit  des
Auslandes  auf  sich  gezogen  haben.  Im  Inlande  ist  die  Verarbeitung
der  Eisenerze  nur  erst  eine  beschränkte,  da  es  mit  Ausnahme  der
südlichsten  Provinz  Schonen  an  fossilem  Brennmaterial  fehlt  und  die
Wälder  bereits  stark  gelichtet  sind,  auch  mangelt  es  sehr  an  Commumcationsmitteln.
  Erst  jetzt,  wo  sich  das  Eisenbahnnetz  ausdehnt,  fängt
man  an,  den  Hüttenbetrieb  auf  grösseren  Werken  zu  concentnren  und
diesen  Industriezweig  einer  grossem  Entwickelung  zuzuführen.  Selbstredend ­
  stellt  man  bis  dahin,  meistens  in  niedrigen  Oefen,  nur  Holzkohlenroheisen ­
  dar,  welches  in  Heerden  nach  der  Methode  von  Lancasbire
  oder  auch  nach  der  der  Wallonen  gefrischt  wird;  der  Pnddelprocess
findet  sich  nur  erst  in  geringer  Ausdehnung.  Unter  diesen  Umständen
und  bei  der  vorzüglichen  Beschaffenheit  der  Erze,  welche  eine  sehr
zweckmässige  Mischung  im  Hochofen  zulassen,  bei  ihrem  hohen  Gehalte,
bei  ihrem  Manganreichthum  und  ihrem  fast  verschwindenden  Gehalt
an  Phosphor,  während  der  Schwefel  durch  sehr  gute  .Röstmethoden  beseitigt ­
  wird,  hat  das  schwedische  Eiseu  auch  auf  der  Ausstellung  seinen
alten  Ruf  bewährt.  Der  Bessemerprocess  ist  in  Schweden  seit  seinem
Bekanntwerden  eingebürgert  und  wird  sehr  gepflegt.  Die  Eisenerze
erscheinen  als  Magneteisenstein  und  Eisenglanz  im  Gneiss,  Glimmerschiefer ­
  und  Urkalk  als  Lager  oder  Stockwerke  mit  einem  Gehalt  von
30  bis  70  Procent,  im  Durchschnitt  von  45  Procent;  sehr  kalkreiche
Erze  werden  auch  mit  20  Procent  Gehalt  als  Zuschlag  zu  quarzhaltenden
Erzen  verhüttet,  während  andere,  z.B.  die  von  Dannemora,  gar  keiner
Gattirung  bedürfen.  Steinkohlen  kommen  nur  in  beschränktem  Maasse
in  der  Provinz  Schonen  vor  und  sind  in  letzter  Zeit  durch  eine  Bohl  -
gesellschaft  mehrfach  aufgeschlossen;  sie  scheinen  der  Juraformation  zu
entstammen  und  eignen  sich  kaum  zur  Koksfabrikation.  "Von  sonstigen ­
  Mineralien  sind  die  bedeutendsten  die  Kupfererze  von  Falun
und  Atvidaberg,  welche  zum  Theil  durch  den  Chlorprocess  und  Cementirung
  zu  Gute  gemacht  werden,  während  man  an  anderen  Orten  noch
die  alte  Kupfersteinmethode  und  Verschmelzung  desselben  zu  Roh-  und
Garkupfer  beibehalten  hat.  Silberhaltiger  Bleiglanz  findet  sich  nur  in
geringer  Ausdehnung,  die  Silberdarstellung  erfolgt  in  dem  bekannten
Werke  von  Sala.  Zinkblende  wird  bei  Ä  mm  eher  g  gewonnen  und
von  der  Gesellschaft  YieiLle  Montagne  ausgeführt.  Auch  Nickelerze
werden  zu  Kopparberg-Län  zu  Gute  gemacht,  wovon  Proben  ausgestellt ­
  sind.  Hervorzuheben  bleiben  auch  hier  die  in  neuerer  Zeit  hervortretenden ­
  Bestrebungen  zur  geologischen  Erforschung  des  Landes.
12.  Norwegen,  obgleich  reich  an  nutzbaren  Erzen,  hat  keinen  grossen
Berg-  und  Hüttenbetrieb  aufzuweisen.  Mineralische  Brennstoffe  fehlen
ihm  gänzlich,  so  dass  es  an  dem  bewegenden  Agens  zur  Entfaltung  der
Bergwerksindustrie  fehlt.  Die  Schaustücke,  welche  von  dem  Silberwerk
            
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