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Full text: Amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 - Erstes Heft

Specialkarten, Profile, Modelle etc. 29 
verschiedene Zwecke, jene Anschsauung des Beobachteten, diese Zusam 
menstellung des aus dieser Anschauung gewonnenen Resultates über 
die genetische Gestaltung der Lagerstätten bezwecken; er nennt jene 
objective Datenkarten, diese Combinationskarten mit subjectivem Cha 
rakter. Wo er Farben zur Darstellung der Gesteinsverhältnisse anwen 
det, hält er diese in lichter Schraffur, damit darunter die aufgeschlos 
senen und kartirten Lagerstätten sichtbar bleiben. In Belgien ist 
man beschäftigt, eine Generalkarte der Steinkohlenablagerungen unter 
Leitung des Generaldirectors Jules van Scherpenzeel-Th im an 
zufertigen. Derselbe weist nach, wie irrationell es sei, durch Zusam 
menfügung der einzelnen Grubenbilder, welche nicht gleichmässig 
orientirt sind, ein Uebersichtsbild zu schaffen, deshalb schliessen sich 
seine Arbeiten gleichfalls an die Triangulationen des Generalstabes, welche 
durch locale Messungen ergänzt werden; unabhängig von den Gruben 
bildern werden ganz regelmässig von 100 zu 100 Meter parallel dem 
Meridian von Brüssel Durchschnitte durch die Flötzablagerungen ge 
lebt und aus diesen ein genaues Bild auf einen bestimmten Horizont ge 
wonnen, welches gestattet, die einzelnen Flötze zu verfolgen und nach 
ihrer Beschaffenheit und ihrem Nebengestein zu identificiren. Ein Pro 
beblatt als Resultat dieser Aufnahmen findet sich in der belgischen 
Ausstellungsabtheilung. 
Durch Modelle einzelne Lagerstätten oder Flötzgruppen zu ver 
sinnbildlichen ist mehrfach mit Glück versucht. In der deutschen 
Ausstellung findet sich das Modell der Altendorf er Stcmkohlen- 
mulde in Westfalen, welche ein getreues Bild von der mannigfachen 
Faltenbildung der westfälischen Steinkohlenflötze liefert, während das 
Modell von den Steinkohlenflötzen des Wurmreviers bei Aa 
chen eine klare Anschauung von den so genannten Platten und Rechten 
der dortigen Ablagerung, welche sich in gleicher Gestalt in Belgien 
wiederholt, gestattet. Das erste Modell ist plastisch dargestellt mit ab 
gehobenem Deckgebirge, so dass das Flötz in natürlicher Gestaltung 
erscheint, das andere besteht aus neben einander aufgehängten Glas 
tafeln auf welchen die verschiedenen Flötze mit verschiedenen Farben 
verzeichnet sind, so dass sich deren Fallen und Streichen durch den 
ganzen Modellkörper verfolgen lässt. Als eine ganz vorzügliche Lei 
stung ist hier hervorzuheben das Modell von dem Eisenerzberge 
bei Eisenerz in Steiermark, welcher das ausgezeichnete Schmelz- 
material für die Hochöfen der Innerberger Hauptgewerkschaft, der Vorder- 
berger Hauptgewerkschaft und der steierischen Eisenindustriegesellschaft 
hergiebt- die Eisenmasse in einer Mächtigkeit von 30 Klaftern (Spatheben 
stem mit einem Ausbringen von 48 bis 50 Procent im gerösteten Zu 
stande) liegt auf grüner Grauwacke, das Eisenlagerist mit zum Iheil eisen 
schüssigen Kalkschichten durchzogen. Das Modell von Prof. Allgayer 
und Joh. Wippe 1 im Maassstabe von 1 Zoll zu 20 Klafter gefertigt, ist
	        
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