Förderung. 43
Libotte aus Charleroi in Belgien hat das Modell einer Fangvorrichtung;
für einen zweietagigen Förderkorb ausgestellt: dieselbe ist eine Keilfangvorrichtung
aus Stahl gefertigt, nach dem System von Fourdrinier
und Aytoum irnd wird durch eine starke Wagenfeder in Bewegung
gesetzt; sie soll in vielen Fällen bereits gewirkt haben, doch wird auch
hier vom Aussteller die sorgfältige und häufige Untersuchung der
Vorrichtung und alles gehenden Zeuges als Grundbedingung einer
guten Wirkung des Apparats hingestellt, wie dieses für alle derartigen
Einrichtungen das allein Maassgebende bleibt. — Von Nyst in Lüttich
ist gleichfalls eine Fangvorrichtung im Modell ausgestellt, welche sowohl
für hölzerne wie für eiserne Leitungen brauchbar sein soll; sie
sucht den plötzlichen Stoss beim Seilbruch zu vermeiden, indem die
Leitung zwischen zwei Keile genommen ist, welche nach dem Seilbruch
an der Leitung gleiten und an dieselbe gepresst werden, bis sie den
Förderkorb fixiren. — Die von dem Maschinenfabrikanten Hoppe
zu Berlin für eiserne Leitung construirte und auf der Abendsterngrube
in Oberschlesien thätige Fangvorrichtung sogenannte Fa 11-bremse,
ist im Original durch Bergrath v. Kr enski ausgestellt; sie beruht
auf dem Princip, dass die Beibung der Bremsbacken an der Leitung
die lebendige Kraft des fallenden Förderkorbs aufhebt, was sie,
sobald das Seil sie nicht mehr trägt, bei jeder Bewegung des Förderkorbes
zu bewirken hat, während sie selbst den normalen Betrieb nicht
hindern darf. Mit dieser Vorrichtung ist zugleich eine Prellbühne
ausgestellt, welche sich auf der Sohle des Schachtes befindet, um den
aufsetzenden Förderkorb vor Stössen zu schützen.
Eine eigenthümliche Fangvorrichtung ist von Kneisel (vor der
Maschinenhalle) ansgestellt. Die beiden eisernen Leitschuhe an jeder
Seite des Förderkorbes stehen mit einem Hebelwerk in Verbindung,
in welches die Zwieselketten des Seils eingreifen: so lange das Seil gespannt
ist, stehen die Leitschuhe horizontal, sobald das Seil reisst, also
schlaff wird, stellen sich die Schuhe über Eck und beissen sich in die
Leitung ein.
Guinotte zu Mariemont hat in der belgischen Abtheilung
das Modell der nach Polhammer und Sarton von Mehu wieder
aufgenommenen Gestängeförderung (unter dem Namen montecharge)
ausgestellt, wobei das Gestänge nach Art der Fahrkünste
auf- und abbewegt wird und durch Angriff von Hebeln das Fördergefäss
von Stufe zu Stufe auf- beziehungsweise abbewegt. Die Einrichtung
ist sehr complieirt und wenig praktisch.
3. Bremsbergförderung.
Aus den in der österreichischen Abtheilung ausgestellten Abbauund
Bremsbergmodellen geht hervor, dass man in Oesterreich die Bremse
im Zustande der Ruhe geschlossen erhält, so dass man dieselbe, um