• 47
Wasserhaltung.
mit sich führt. Diese Aufgabe ist durch den Apparat von Rouquay-
rol-Denayrouze gelöst, welcher von der Firma L. v.Bremen & Co.
zu Kiel augefertigt wird und ausgestellt ist. Hier kann das Reserven
viel compendiöser sein und gestattet ausserdem einen drei- und mehr
stündigen Aufenthalt in den sonst unbetretbaren Räumen. Der schon
seit der Ausstellung in Paris bekannte Apparat ist in neuerer Zeit
wesentlich verbessert und zugleich so hergerichtet, dass auch die von
dem Arbeiter mitgeführte Sicherheitslampe mit frischer Luft gespeist
werden kann, so dass auch in Bezug auf Beleuchtung allen Erforder
nissen genügt ist. Ausgedehnte Versuche auf den Gruben bei Saar
brücken und in Westfalen haben die grosse Zweckmässigkeit dieses
Apparats bewährt, dessen Anschaffung keine mit schlagenden, brandigen
oder sonst schlechten Wettern behaftete Grube versäumen sollte. Auch
für Arbeiten unter Wasser sind ähnliche Apparate hergerichtet und
ausgestellt, welche sich gleichfalls bereits bewährt haben irnd sich durch
ihre Leichtigkeit, Sicherheit und die geringe Belästigung, welche sie
für den Arbeiter veranlassen, vor den in der englischen Abtheilung
sowie von der Actiengesellschaft „Vulcan“ in Königsberg i. Pr. ausge
stellten Taucherapparaten vortheilhaft auszeichnen. Mahler und
Eschenbacher haben für den Aufenthalt in schlechten Wettern einen
Respirator ausgestellt, welcher aus Wolle, Kohle und Glycerin präpa-
rirt ist und von dem Arbeiter vor den Mund genommen wird.
IX. w ässerhaltun g.
Ueber das zweckmässigste System der Wasserhaltungsdampf
maschine ist die Entscheidung der Berg-und Maschinentechniker noch
nicht getroffen. Die Ausstellung zeigt sämmtliche denkbare Construc-
tionen durch Zeichnungen dargestellt. Während die Kohlengesellschaft
von Mariemont und Bascoup eine rotirende eincylindrige Wasser
haltungsmaschine mit Balancier und Vio Expansion empfiehlt, vou
, der Ferdinandgrube in Oberschlesien eine von dem Maschinenfabrikanten
Hoppe in Berlin construirte Woolfsche Maschine von 500 Pferde
kräften gleichfalls mit Balancier ausgestellt ist, zeigt die Zeichnung,
welche von der fiscalischen Königin-Luise-Grube bei Zabrze in Ober
schlesien ausgehängt ist, die Anwendung der doppelt und direct
wirkenden Maschinen, von Ehrhardt construirt, welche sich durch
Compendiosität und die vortheilhafte Verwendung eines eisernen Ge
stänges auszeichnet. Diesen älteren Maschinen anlagen gegenüber macht
sich jetzt fast überall die Meinung geltend, dass die unterirdisch
aufgestellten Pumpen, welche nach Cameron’s Princip vou
Tangye Brothers & Co. in Birmingham gebaut sind, vor allen den