Rolieisendarstellung. 57
9 m Höhe hatten, der cuhische Inhalt schwankt zwischen 25 und
90 cbm und die Zahl der Formen schwankt zwischen 2 und 4, während
die alten Oefen nur 1 Form hatten. *
Ganz besonders grosse Dimensionen zeigen die beiden Kokshoch
öfen der Innernberger Hauptgewerkschaft zu Schwechat bei Wien, in
welchen gerösteter Spatheisenstein von Eisenerz bei Koks von Oslawan
in Mähren und von Fünfkirchen in Ungarn erbläsen wird; die Hoch
öfen haben 19m Höhe, 5'74 m Kohlensackweite, 2'26 m Gestellweite
und produciren Jeder 7000 Ctr. Roheisen in der A\ oche. Die grösste
Production liefert der neueste Hochofen der Ilseder-Hütte bei Peine in
Hannover mit 11 942 Ctr. in der Woche; der Ofen ist 16’22 m hoch,
5-26 m im Kohlensack und 4'37 m in der Gicht weit, hat 216 cbm In
halt und bläst mit 6 Formen bei einer durchschnittlichen Temperatur
des Windes von 300° C.
Die -Gebrüder Büttgenbach zu Neuss bei Düsseldorf haben Zeich
nungen und Modelle ihrer ausgeführten bekannten Hochofenconstruc-
tionen wie schon in Paris ausgestellt, ohne dass wesentliche Verbesse
rungen seitdem vorgenommen wären, da die von den Ausstellern als
solche bezeichnete Construction des Herdes mit geschlossener Brust ohne
Lürmann’sche Schlackenform und die Einrichtung mehrerer Reihen
Kühlwasserformen schon früher bei anderen Hochöfen zur Anwendung
gelangt sind und sich nicht als zweckmässig bewährt haben. Unbestreit
bare Vorzüge der Construction vor anderen sind leichte Zugänglichkeit
zum Ofenschachte, dessen längere Dauerhaftigkeit, schnelle Herstellung
und geringere Kostspieligkeit.
Julius Navay hat das Modell eines auf den Hochöfen des ärari
schen Hüttenwerks zu Rhonitz in Ungarn eingeführten Gicht Ver
schlusses zur Ansicht gebracht, dessen Vortheile darin bestehen, dass
das Brennmaterial ausschliesslich in die Mitte des Ofens, das Erz an
dessen Rand eingebracht wird, und dass die Gase aus der Mitte des
Ofens und dadurch gleichmässig aus allen Theilen desselben und nicht
einseitig wie bei anderen Gasfängen abgeleitet werden; gleichmässiger
Ofengang, vortheilhafte Schmelzung, geringerer Kohlenverbrauch sind
die Wirkung der zweckmässigen Schüttung der Beschickung, woraus
sehr günstige ökonomische Resultate in Rhonitz erzielt werden sollen.
3. Winderhitzungsapparate.
Von vielen Hüttenwerken sind Zeichnungen der benutzten Wind-
■ erhitzungsapparate, welche bei dem Hochofenbetriebe eine sehr gewichtige
Rolle spielen, ausgestellt. Ihre Construction ist allgemein gekannt,
wesentlich Neues boten sie nicht dar. Hervorzuheben sind der Appa
rat mit hängenden Röhren von der Georg-Marien-Hütte bei Osnabrück
und der Apparat von Whitwell.