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Gruppe I. Section II. Eisenhüttenwesen.
Der Röhrenapparat der Ge org-M arien-Hütte ist dadurch
besonders zu empfehlen, dass die einzelnen Rohre nicht durch Flanschen
mit einander verbunden sind, sondern jedes für sich mittelst Muffenverbindung
an einem über das Mauerwerk gelegten Kasten hängt;
unterhalb der Muffe ist der Apparat mit gusseisernen Platten abgedeckt,
welche lose auf den an die Rohre angegossenen Muffen liegen, der Kasten
selbst ist mit Blechplatten abgedeckt. Auf solche Weise liegen die
Muffenverbindungen ausserhalb des Feuerraums, der Kasten wird nicht
beschädigt und gleichzeitig wird durch die zwischen den beiden Abdeckungen
liegende Luftschicht die Wärmeausstrahlung vermindert;
das Auswechseln eines etwa gesprungenen Rohres kann leicht geschehen,
indem nur die Muffe gelöst zu werden braucht.
Der Apparat von Whitwell ist durch Zeichnungen und sehr
sauber ausgeführte Modelle anschaulich gemacht. Derselbe basirt auf
die frühere im Jahre 1860 gemachte Angabe von W. A. Cowper,
dessen Apparat sich aber wegen vieler Unvollkommenheiten und namentlich
wegen der schwierigen Reinigung wenig Eingang verschaffte.
Whitwell suchte die Mängel zu beseitigen, indem er die engen Zwischenräume
des Cowper’schen Apparats durch geräumige Flugstaubkammern
mit Zwischenwänden, welche- durch oben und unten in diese angebrachten
Oeffnungen mit einander communiciren, ersetzte und den Apparat
zur Feuerung mit Hochofengasen einrichtete, wodurch die Uebelstände
der Kohlenheizung fortfielen. Die Ventile in den Gaszuführungscanälen
und in den Leitungen für den heissen Wind werden durch Wasser
gekühlt und so dicht erhalten. Zum Betriebe eines grossem Hochofens
sind vier einzelne Apparate erforderlich, von denen abwechselnd
zwei gleichzeitig im Betriebe sind; jedes Paar reicht hin, um 100 Cubikmeter
Luft in der Minute unter sonst normalen Verhältnissen auf 760° C.
zu erhitzen, während mit Apparaten aus gusseisernen Röhren, ohne die
Dauer derselben zu beschränken, höchstens 500° C. erreicht werden.
Obwohl der Apparat sehr theuer ist, soll er sieh doch durch regelmässigen
Gang des Hochofens, Brennmaterialersparniss und erhöhete Production
bald bezahlt machen. Bei Hochöfen, deren Gase viel Gichtund
Zinkstaub mit sich führen, also bei der Verhüttung von mulmigen
und zinkischen Erzen, dürfte es nicht genügen, wie' in dem Modell von
Whitwell, die Gase direct von dem Hochofen nach dem Apparat zu
führen und nur einen Staubsack einzufügen, sondern man wird die
Gase auf Umwegen und mit Einschaltung mehrerer Staubsammler, auch
Wasserkästen einleiten müssen, damit sie möglichst rein in die Apparate
gelangen, denn eine beträchtliche Ansammlung von Staub in denselben
würde dahin führen, dass dieser einerseits den Apparat bald
verstopfte, andererseits mit in die Hochofen gerissen und dort erhebliche
Abkühlung des Ofens herbeiführen würde.