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Full text: Amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 - Erstes Heft

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Stabeisen und Stahl. 
ausgestellt, die Eisen- und Stahlindustrie-Gesellschaft von 
St. Egidy & Kindberg Proben von 0 - 3 mm Stärke und 15030 m 
Länge. In der deutschen Montanausstellung sind die Fabrikate von 
C. L. Neufeld in Dortmund hervorzuheben, welcher Drahtseile' aus 
Gussstahl, verkupfertem und verzinktem Draht mit der Hand herstellt, 
und solche im Durchmesser von 0'209 m in Proben vorgeführt hat; 
die Fabrik von W. Hegenscheidt in Gleiwitz ist deshalb beson 
ders aufzuführen, weil sie eine der wenigen in Oberschlesien ist, welche 
Bich die Weiterverarbeitung des Eisens zu Draht, Drahtseilen, Ketten, 
Nägeln u. s. w. zur Aufgabe stellt. 
Die Kirkstall Forge Compagnie zu Leeds hat gewalzte 
eiserne Radreifen bis 2'20 m Durchmesser, Rädersätze mit Speichen - 
rädern ausgestellt; ebenso in rohem, wie im fertigen Zustande unter 
dem Dampfhammer hergestellte Eisenbahnspeichenräder die Gebrüder 
Deflassieux & Peilion (Rive de Gier), Locomotiv- und Wagenräder 
von 1 bis 2 m Durchmesser die anonyme Gesellschaft John Co- 
ckerill zu Seraing. Dagegen haben Gebrüder Brunon (Rive de 
Gier) in gleichfalls vollendeter Ausführung Eisenbahnspeichenräder aus 
einem Stück mittelst hydraulischer Presse hergestellt, sowie das 
Borsigwerk in Oberschlesien gepresste Maschinenstücke und gepress 
tes Schmiedeeisen nach der Methode von Haswell in Wien mit vielen 
Probebrüchen vorgeführt hat. Nach dieser Methode werden durch die 
Kolbenstange des Dampfcylinders zwei abwechselnd saugend und 
drückend wirkende hydraulische Pressen betrieben, deren Presskolben ver- 
tical von oben nach unten wirkt und als Bahn die eine Hälfte der 
Form trägt, während die andere Hälfte fest auf einer Chabotte befestigt 
ist und mit dem zu pressenden Eisen gefüllt ist; man presst die ver 
schiedensten kleinen Maschinentheile, Nabenstücke mit Speichen, Rei 
fenstücke, welche zusammengepasst und nach erfolgter Schweissung in 
kleinen Windöfen einer nochmaligen Pressung unterworfen werden. 
Auch schwere Schmiedeblöcke werden durch die Presse mit glatter 
Bahn auf glattem Amboss gestreckt, was ausserordentlich schnell und 
sicher erfolgt, wobei allerdings vorauszusetzen ist, dass nur vorzügliches 
Schmiedeeisen zur Verwendung gelangt. 
Als ein neues Walzwerksproduct sind die zu Telegraphenstangen 
bestimmten mit Steinmasse gefüllten Rundeisenstäbe, welche 
die westfälische Union von ihrem Werke zu Hamm in Westfalen 
ausstellt, zu bezeichnen; das hohle Luppenpaket wird mit Sand gefüllt 
und gewöhnlich in einer Hitze ausgewalzt, wobei die Sandmasse in sich 
und mit den Eisenwandungen zusammenschmilzt. 
3. Stahlfabrikate. 
So wichtig der hierher gehörige Industriezweig erscheint und so 
grosser Vervollkommnung er täglich mehr und mehr entgegengeht, so
	        
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