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Full text: Amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 - Erstes Heft

^ Gruppe I. Section II. Eisenhüttenwesen. 
hat er auch auf der Ausstellung seine reichliche Vertretung gefunden, 
welche in ihre Einzelheiten zu verfolgen der Raum nicht gestattet, 
weshalb auch hier nur einige wichtige Momente herausgegriffen werden 
sollen, ohne behaupten zu wollen, dass alles Vorzügliche damit erschöpft 
würde. 
\on Bowling Iron Works zu Bradford sind ein Zahnrad, 
kleine Scheiben- und Speichenrüder aus Gussstahl in grosser Voll 
kommenheit der Formenausfüllung geliefert, ferner zusammengebogene 
Gussstahltyres, Kesselboden aus Gussstahlblech mit gebördeltem Rand, 
welcher unter dem Dampfhammer geschmiedet ist. — Schneider & 
Comp, zu Creuzot hat in seiner Gesammtausstellung schöne Proben 
von Gussstahlfabrikaten (Eisenbahnschienen, Laschen, Fa S ons in ver 
schiedenen Profilen, einen vollständigen Rädersatz mit Achse) vorgeführt; 
die Qualitäts- und Biegungsproben sind wegen der Vollkommenheit der 
Qualität besonders hervorzuheben. Die Compagnie der Eisen - und 
Stahlwerke Firminy zu Firminy hat neben Rädersätzen, Eisen 
bahnschienen, Kanonenrohren, Flintenläufen, Maschinentheilen aus 
Maitinstahl ausgezeichnete Federn zur Anschauung gebracht, sowie 
Rivollier, Bietrix & Co. zu St. Etienne Stahlbandagen in ver 
schiedenen Dimensionen, ein aus Gussstahl gegossenes konisches Rad 
mit vorzüglich ausgeprägten Formen. 
Schweden ragt mit seinen Bessemerstahlproducten hervor: so 
die Eisenbahnschienen von der Stora Kopparberg’s Bergwerks 
gesell schaft mit guten Biegeproben; die vorzüglichen Beispiele weite 
rer Verarbeitung von BesÄimerstahl von Christian Aspelin zu Fa- 
gersta, von welchem zugleich eine grosse Reihe von flachen und run 
den Stahlstäben und Stahlblechen ausgestellt sind, welche in derExpe- 
rimentalwerkstätte des Dr. Kirkaldy in London einer Reihe hier zur 
Anschauung gebrachter Untersuchungen über ihre Widerstandsfähigkeit 
beim Reissen, Biegen, Zusammendrücken, Dehnen u. s. w. unterworfen 
worden sind, wodurch die vorzügliche Beschaffenheit des Materials dar- 
gethan ist; ein Kessel aus solchen Stahlblechen, welcher trocken ange 
feuert worden war, ist nicht zerrissen oder explodirt, sondern zeigte 
nur tiefe, beulenartige Eindrücke. Auch Motala lieferte Bleche aus 
Martin- und Bessemerstahl insehr guter Qualität. C. R. Ulff zu Wik- 
manshyttan zeigte Fabrikate aus Uchatiussstahl, d. i. Gussstahl, welcher 
durch Schmelzung von granulirtem Roheisen mit 70 Proc. gepulverten 
reichen Magnet- und Rotheisensteinen und Kohlenpulver in Tiegeln 
erzeugt wird. 
Von deutschen Werken ist zunächst das Borsigwerk zu be 
zeichnen, weil es das einzige in Schlesien bis jetzt ist, welches Stahl nach 
der Methode von Siemens-Martin darstellt; die ausgestellten Bruch- 
und ' Zerreissungsproben der Güsse sowie der raffinirten Producte, 
ferner ein Gussstahlblech von 5’30 m Länge, 1'70 m Breite, 13 mm
	        
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