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Full text : Amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 - Erstes Heft

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Gruppe  I.  Bergbau  und  Hüttenwesen.
Kupferhütten  (Mühlbach  im  Salzburgischen,  Braubach,  Mansfeld  etc.),
eingebürgert  und  wird  voraussichtlich  die  alten,  sowie  auch  Rachette’s'
Ofen  mehr  und  mehr  verdrängen.  Deutliches  Zeugniss  hiervon  gaben
auch  die  in  der  Ausstellung  an  verschiedenen  Orten  vorgeführten  Zeichnungen ­
  und  Modelle.
Die  Gasfeuerung,  eine  der  wichtigsten  Errungenschaften  der
neuern  Technik,  hat  in  erfreulichster  Weise  immer  mehr  Boden  bei
Schmelzflammöfen,  Glühöfen  und  Muffelöfen  gewonnen  und  zwar  theils
für  sich,  namentlich  unter  Anwendung  der  B  oetius’schen,  oder  ähnlich
constiuirter  Generatoren,  theils  zur  Erzielung  sehr  hoher  Temperaturgrade, ­
  in  Verbindung  mit  dem  Siemens’schen  Regenerativsystem.
Als  eine  besondere  Wohlthat  für  die  Umgebung  der  Hütten  sowie
die  dann  beschäftigten  Arbeiter  muss  es  angesehen  werden,  dass  man
der  Condensation  des  Hüttenrauches  fortgesetzt  die  grösste  Aufmerksamkeit ­
  zuwendet.  Zur  Unschädlichmachung  der  bei  Röstprocessen
entweichenden  schwefligen  Säure  und  gleichzeitig  zur  Gewinnung
eines  werthvollen  Nebenproductes  werden  allerorts  neue  Schwefelsäurekammern ­
  angelegt,  oder  die  Anzahl  der  vorhandenen  vermehrt,  und
während  anfänglich  nur  Schwefelkiese  oder  Kupferkiese  den  Schwefel
substituirten,  zieht  man  jetzt  auch  andere  Erze  oder  Hüttenproducte,
wie  Zinkblende,  Bleisteine,  Kupfersteine,  herbei,  und  erhält  in  Folge
der  verbesserten  Röstapparate  und  sorgfältiger  geleiteten  Betriebes  ein
an  schwefliger  Säure  noch  genügend  reiches  Gasgemenge  für  die  Bleikammern. ­
  In  ähnlicherWeise  sind  auch  die  Condensationsvorrichtungen
für  die  entweichenden  Metalldämpfe  (Flugstaubkammern  und  Canäle
in  den  verschiedenen  Blei-,  Kupfer-  und  Arsenikhütten,  Schenkelröhrencondensation
  in  den  Quecksilberhütten  zu  Idria)  vervollständigt  und
vermehrt  worden.
Bei  der  Kupfergewinnung  hat  der  Extractionsprocess  seit  der
letzten  Ausstellung  1867  in  England  einen  überraschenden  Aufschwung
genommen,  und  führt  jetzt  aus  kupferarmen  Kiesen  höchst  beträchtliche ­
  Mengen  von  Kupfer,  welche  früher  verloren  gingen,  der  Industrie
zu.  Im  Jahre  1870  wurden  auf  etwa  20  Anlagen  Englands  annähernd
bereits  250  000  Tonnen  (ä  20  Ctr.)  abgerösteter  kupferhaltiger  Schwefelkiese ­
  verarbeitet  und  daraus  10  000  Tonnen  Kupfer  gewonnen.  Diese
grossartige  Production  ist  dadurch  möglich  geworden,  dass  sich  hierbei
die  chemischen  Fabriken,  Kupferwerke  und  Eisenhütten  gegenseitig  in
die  Hand  arbeiten;  die  ersten  rösten  zur  Erzeugung  von  Schwefelsäure
die  Schwefelkiese  ab,  welche  theils  aus  inländischen  Gruben  stammen,
in  überwiegender  Menge  aber  aus  Portugal,  Spanien,  Schweden,  Norwegen ­
  und  Deutschland  (z.  B.  Meppen  in  Westfalen)  eingeführt  werden; ­
  in  den  Kupferwerken  extrahirt  man  alsdann  das  Kupfer  und  verschmilzt ­
  endlich  die  eisenreichen  Rückstände  (purple  ore,  blue  billy)
als  Zusatz  mit  anderen  Erzen  in  Hochöfen,  oder  verwendet  sie  zum  Ans-
            
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