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Volltext: Amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 - Erstes Heft

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Gruppe I. Bergbau und Hüttenwesen. 
von Alters her sind auch noch heute Falun und Ätvidaberg die wich 
tigsten Kupfergruben. Ausser dem in letzterer Zeit bei Wiruni inKal- 
mar-Län angelegten Kupferwerke, welches das chlorirende Rösten der 
Erze und die Präcipitation des Kupfers aus dem ausgelaugten Kupfer 
chlorid vermittelst Eisens bezweckt, ist auf allen anderen Hütten des 
Landes die alte Gewinnungsmethode, Verschmelzen auf Rohstein, Roh 
kupfer und Garmachen oder Raffination üblich. Stora Kopparbergs 
Bergwerksgesellschaft zu Falun hatte ihre Erze, Aufbereitungs- und 
Hüttenproducte gesendet, unter denen sich auch Kupfervitriol von der 
Entsilberung des Schwarzkupfers mittelst Schwefelsäure, Eisenvitriol 
und Eisenroth aus den verwitterten Kiesen, und als Nebenproduct bei 
der Erzröstung gewonnener Schwefel befanden. 
Norwegen exportirte 1871 676 000 Ctr. Kupfererze und stellt 
selbst jährlich etwa 10 400 Ctr. Garkupfer auf 11 Hütten dar. Die 
bedeutendste derselben ist Röras, welche schon 1644 angelegt, einen 
grossen Reichthum an Erzen mit 7 bis 8 Procent Kupfer besitzt und 
jährlich 2000 bis 3000 Ctr. Kupfer producirt; ausserdem sind nochAlte- 
ner Kupferwerk in Finnmarken, wo man nach englischer Me 
thode arbeitet, und V i g n a e s Kupferwerk im Stavanger Amte bemerkens- 
werth. In Wien waren die beiden zuerstgenannten Hütten dui’ch kleine 
Collectionen ihrer Rohmaterialienerzeugnisse, Vignaes nur durch 
seine Bergwerksproducte, darunter ein 10 000 Pfund schwerer Schwefel 
kiesblock, vertreten. 
Die österreich-ungarische Monarchie, reich an Mineral 
schätzen aller Art, welche einer zukünftigen grossartigen hüttenmän 
nischen Entwickelung des Landes als Basis dienen können, besitzt 
namentlich im Königreiche Ungarn reichlichere Mengen von Kupfer 
mineralien, vor Allem im Montangebiete von Oberungarn und Schem- 
nitz-Kremnitz, sodann in dem von Nagybänya, Siebenbürgen und dem 
Banate. Dieselben finden sich häufig in Begleitung von Gold, Silber, 
Quecksilber, Blei, Antimon, Nickel und andere Metalle führenden Erzen, 
wodurch die Verhüttung an manchen Orten ziemlich complicirt wird. 
Im Kaiserstaate Oesterreich beschränkt sich die Kupfergewinnung auf 
Salzburg, Tyrol, Krain und die Bukowina. Seit 1867 hat sich die 
Kupferproduction vermindert und ist im Ganzen verhältnissmässig 
wenig erheblich. Es erzeugte nämlich 1871 Ungarn 22 762 Ctr. Kupfer 
und B53 Ctr. Vitriol, im Werthe von 1 080 000 Gulden, Oesterreich 
7514 Ctr. Kupfer und 2393 Ctr. Vitriol im Werthe von 394 000 Gulden. 
Unter den ungarischen Werken begegnen wir als den bedeu 
tendsten dem der Oberungarischen Waldbürgerschaft in Iglo, 
einer 1835 durch die Bemühungen des Grafen G. Andrassy gegrün 
deten Genossenschaft von Grubenbesitzern, die gemeinsam in der Georgs 
hütte, Phoenixhütte und Stephanshütte ihre Erze verschmelzen und den 
Verschleiss der gewonnenen Producte betreiben. Die ersten beiden
	        
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