2. Andere Lehrmittel.
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läge, 1870) durch die gemeinschaftliche Arbeit von Gönczy und Hm. Berg
haus (in —-— der Natur mit Hervorhebung charakteristischer Höhenschichten
durch bestimmte Farbentöne).
b) Schul-Wandkarten der österreichisch-ungarischen Monarchie und
von Mittel-Europa.
Während bei den vorhin erwähnten Wandkarten der Kronländer ohne
Ausnahme die Trennung des physischen Bildes vom politischen, obschon die
selbe unschwer auszufiihren war, nicht versucht wurde, und auf die Verschie
denheit methodischer Behandlung durch Varianten in der Anordnung und Aus
führung keine Rücksicht genommen erscheint, bilden die Schulwandkarten
der Monarchie eine Sammlung sehr verschiedener Muster, von der gewöhn
lichen Karte an, die alle Elemente in sich vereinigt, bis zum schwarzen roth-
bedruckten Schiefergrunde, der dem des Zeichnens unkundigen Lehrer die An
wendung der constructiven Methode ermöglichen soll.
Unter die Wandkarten gewöhnlichen Inhalts gehören jene von Kozenn
(bei E. Hölzl, auch in anderen Sprachen beschrieben), von Schulz (bei A.
Artaria & Comp.) von Holle in Braunschweig (1851) u. a.
Dem geographischen Institute in Gotha verdanken wir eine vorherrschend
physische Monarchiekarte (1871), die durch Doleäal’s kunstreiche Hand
eine ansprechende Zeichnung der Unebenheiten aufweiset, deren Verständniss
durch Hervorhebung des Tieflandes und der Hauptstufen des Berglandes er
leichtert wird.
Von Ed. Kratky, Lehrer an der Mittelschule in Tabor, rührt eine
stumme Karte der Monarchie her, auf die glänzendste Wachsleinwand
mit lichten Farben gedruckt (Flüsse blau, Gränzen gelb, Orte weiss), die man
in die Classe der sogenannten Repetitions-Karten (oder Prüflings - Karten)
einreihen kann, deren Anwendung bei günstiger Stellung sich nützlich erproben
kann, obgleich sie dem Gebrauche der Kreide, z. B. beim Einzeichnen fehlen
der Elemente (z. B. Gebirgszüge), hinderlich sich zeigen diiifte.
Zu solchen Zeichnungen mit Kreide eignet sich das glanzlose schwarze
Schieferpapier viel besser, auf dem die Wandkarten des österreichisch
ungarischen Kaiserstaates und des deutschen Reiches (Verlags
handlung Fuchs in Wien und Prag) gedruckt sind. Diese Blätter werden
zeichnungs-unkundigen Lehrern der Geographie willkommen sein, wenn sie,
von den günstigen Erfolgen der constructiven Lehrmethode überzeugt, es ver
suchen, durch das Vorzeichnen mit Kreide auf dem schwaizen Grunde vor
den Augen der Schüler die Karte nach und nach entstehen zu lassen. Es
wird sich dabei zeigen, ob die Karten, deren noch andere folgen sollen, die
zweckdienliche Menge von Detail enthalten, und die der Praxis zuträgliche
Gränze nicht überschreiten.
Ein Schritt weiter führt uns zu den Wandkarten von Mittel-Europa,