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Volks- und Bürgerschulen: VI. Unterricht in der Geographie.
von welcller Gattung für Schulzwecke nur ein Repräsentant in Oesterreich
bestand, nämlich eine jener drei Wandkarten (Planigloben, Europa, Mittel-
Europa), die das k. k. Unterrichts-Ministerium im Jahre 1852 durch den Oberst
Ritter von Scheda ausführen liess, die mit Doppelplatten (Geripp, Schrift blau,
Terrain braun in geschummerter Manier) gedruckt wurden, nun aber längst
vergriffen sind und nicht wieder aufgelegt wurden. Ein besonderes Heft ent
hielt die Erklärung der Abbreviaturen.
Einige Leistungen des Auslandes in dieser Unterabtheilung werden wir
bei den kartographischen Lehrbehelfen für die Mittelschule kennen lernen.
c) Schul-Wandkarten von den Erdtheilen.
Ausser der zuvor erwähnten Sehe da’sehen Wandkarte von Europa, die
im k. k. Schulbücher-Verlage (1852) erschien (nicht zu verwechseln mit der
grossen, nicht zum Schulgebrauche bestimmten Wandkarte desselben Autors),
erscheint ausgestellt die im Verlage von E. Hölzl erschienene Wandkarte
von Kozenn in mehreren Exemplaren, mit deutscher, öechischer und magyari
scher Beschreibung. Es besteht auch eine im Verlage von Perthes in Gotha
herausgekommene, von Gönczy und H. Berghaus bearbeitete Wandkarte
von Europa in magyarischer Sprache.
Alle diese Karten enthalten das physische und politische Bild vereinigt,
während bei den ihrer allgemein anerkannten Güte wegen in die italiänische'
englische, russische, schwedische Sprache übersetzten Wandkarten von E. von
Sydow (geographisches Institut in Gotha seit 1847), die alle Erdtheile
umfassen, das Naturbild vorzugsweise festgehalten ist.
Um auch die staatliche Configuration deutlichst vor Augen zu bringen,
war eine Herstellung eben so vieler politischer Uebersichts - Karten der Erd
theile auf derselben Grundlage mit Vollfärbung beabsichtiget, es blieb aber bei
den zwei zuerst ausgegebenen Karten von Nord- und Südamerika (1856).
In unserem Staate ist die erstgenannte Scheda’sche Wandkarte von
Europa die einzige im Principe, der physischen Gestaltung ein Uebergewicht
zu geben, ausgeführte Karte dieses Erdtheils geblieben; an Wandkarten der
übrigen Erdtheile zum Schulgebrauche hat noch Niemand Hand angelegt.
d) Wand - Planigloben.
V on diesem den Globus nie ersetzenden Surrogate, das sich in allen
Karten-Sammlungen eingebürgert hat, finden wir Kozenn’s Karte (Verlag
von E. Hölzl) in mehreren Auflagen, deutsch, öechisch und magyarisch be
schrieben.
Scheda’s nicht wieder aufgelegte Planigloben sind schon oben er
wähnt worden. Sie waren ohne alle jene Beigaben, die man zur Ausfüllung
des disponiblen Raumes anzubringen pflegt, z. B. Nord- und Südpol-Projectionen,
Land- und Wasserhalbkugel (wie auf den Wand-Planigloben von E. v. Sydow),