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Full text : Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

2.  Andere  Lehrmittel.

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englischer  Sprache,  letztere  auch  nach  dem  Meridian  von  Greenwich,  und  alle
diese  Globen  auf  Begehren  mit  Höhenschichten  in  5  Schattirungen.
Plastische  Globen  lieferten  bisher  nur  Schotte  in  Berlin  (wovon  2
Exemplare  ausgestellt  sind,  eines  bei  den  Lehrmitteln  für  Blinde),  und  in  weit
sorgfältigerer  Ausführung  (als  stummer  Globus)  D.  Reimer’s  Verlagshandlung
in  Berlin.
Die  Globen  werden  im  Durchmesser  von  4  bis  13  Zoll  verfertigt  und  gebührt ­
  in  Beziehung  auf  Festigkeit  und  Dauerhaftigkeit  Schönninger  das  Verdienst, ­
  durch  seine  Eabricationsweise  die  früher  allgemein  üblichen  zerbrechlichen
Gypskörper  zuerst  durch  eine  solide  widerstandsfähige  Masse  ersetzt  zu  haben.
V.  Lehrmittel  zur  Versinnlichung  der  scheinbaren  und  wirklichen
Bewegung  von  Sonne,  Erde  und  Mond.
Hiezu  dienen  Ringkugeln  (Armillarsphären),  Tellurien  und  Lunarien,
wovon  die  beiden  letzteren  gewöhnlich  in  Verbindung  erscheinen.  Von  den
Erstgenannten  sind  ausgestellt  Er.  Schönninger’s  Ringkugeln  und  zwei
homogene  Exemplare  von  Prof.  Öulik  aus  Brünn.  —  Schönninger’s  Apparate
bestehen,  um  Beschädigungen  möglichst  hintanzuhalten,  aus  Kreisen  von  starkem
lackirten  Eisendraht,  durch  dessen  rothen,  blauen  oder  gelben  Anstrich  Aequator,
  Meridiane,  Wendekreise  und  Ekliptik  sich  schon  von  ferne  unterscheiden,
und  ist  mit  einer  6  zölligen  Erdkugel  und  einem  beweglichen  geschwärzten
Horizont  aus  Blech  versehen,  auf  dem  eine  Tabelle  der  Sonnenhöhen  in  weisser
Schrift  angebracht  ist;  ein  Sonnenscheibchen,  das  am  gehörigen  Orte  der  Ekliptik
aufgesteckt  werden  kann,  ist  beigegeben.  Eine  Gebrauchs-Anweisung  steht  in
Aussicht.  —  Die  eine  Ringkugel  Prof,  öulik’s  hat  keinen  Globus  als  Centralkörper, ­
  sondern  nur  einen  Horizont,  bei  der  andern  steht  ein  Pelkl’scher
Globus  im  Mittelpuncte  des  Horizonts.  Einrichtung  und  Gebrauch  bleiben  dieselben, ­
  wie  bei  dem  Apparate  von  Schönninger,  die  Ausführung  aber  ist  viel
eleganter,  die  Kreise  sind  aus  zarten  Messingdrähten  gemacht,  die  Ekliptik  besteht ­
  aus  einem  breiten  Messingringe,  in  dem  die  Himmelszeichen  durchgeschlagen ­
  sind.
Ein  sogenanntes  Stand-Tellurium  von  dem  Schulinspector  Patek  in
Prag  besteht  aus  einem  Gestelle  mit  4  rechtwinkligen  Armen,  deren  jeder
eine  Erdkugel  trägt,  die  mit  einer  geschwärzten  Hohlhalbkugel  auf  der  Schattenseite ­
  versehen  ist.
In  den  Fünfziger  Jahren  Hess  Official  A.  Leibenfrost  in  Wien  sehr  einfach ­
  eonstruirte  Tellurien  und  Lunarien  verfertigen,  die  in  vielen  Schulen
Eingang  fanden.  —  Astronom  Böhm,  der  Erfinder  des  ITranoscops,  hatte  als
Professor  in  Innsbruck  (1853)  durch  einen  dortigen  Uhrmacher  complicirtere
Telluro-Lunarien  ausführen  lassen,  wobei  Räderwerk  in  Anwendung  kam
und  selbst  die  neunzehnjährige  Finsterniss  -  Periode  Berücksichtigung  fand.  —
Fr.  Schönninger  in  Wien  und  Felkl  in  Prag  sind  nun  die  einzigen  Ver-
            
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