A. Naturgeschichte und Landwirtschaft.
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auf, und wollen beobachtet sein. Sie umgeben uns, beschäftigen, nützen und ergötzen uns.
Sie können verarbeitet, verbessert, veredelt werden. Sie können verkannt, gemissbrauchet,
schädlich gemacht werden, auch ihrer Natur nach schaden. Wer soll sich demnach nicht
bestreben, sie recht kennen zu lernen?
Sie führen auch am sichersten zur Kenntniss Gottes, des Schöpfers aller Dinge, und
ermuntern zum Lobe und Danke gegen ihn. Sie sind für jeden Menschen anziehend; wenig
stens sollen alle Menschen Gefühl dafür bekommen, damit sie nicht so gedanken- und
gefühllos in Gottes schöner und reicher Schöpfung wandeln, oder arbeiten. Wie so
Manchem ist die Natur so fremd, als hätten sie kein Auge und kein Ohr.
Euch Lehrer und Lehrerinnen kommt es zu, die euch anvertraute Jugend mit nütz
lichen Kenntnissen zu bereichern, wenigstens ihr Auge zu gewöhnen, auf Alles, was sie
umgibt, zu achten, und derselben Herz dafür einzunehmen, damit sie ein weites Feld der
reinsten Freude habe, und den Yater preise, der im Himmel ist.
Euch Lehrern kommt es zu, den Schülern der IV. Classe an Normal-Hauptschulen,
vorzüglich jene Naturgegenstände bekannt zu machen, üie in ihrem Vaterlande sich befinden;
die in anderen Ländern gefunden werden; die Gegenstände der gewöhnlichen Feldarbeiten,
der Gewerbe, der Künste und Fabriken, des Handels, der Nahrung, Gesundheit und des
Vergnügens sind.
Zu dem Ende nehmet für die Schüler aus dem weiten Gebiete der Natur dasjenige
heraus, was ihnen in einem Jahre, nach ihrer Fassungskraft, nach ihrem Bedürfnisse bei
gebracht werden kann. Nehmt aus dem Mineralreiche keine zu fremden Steinarten; sondern
lehret sie vorzüglich die vaterländischen kennen; zeiget ihren Nutzen, ihren Gebrauch
u. s. w. Lehret sie die vorzüglichsten Arten der Erde, die zur Verbesserung des Bodens
oder für Töpfer, Walker, Maurer nöthig sind, kennen. Habet den Grundsatz immer vor
Augen, nur das zu lehren, was im bürgerlichen Leben sehr nothwendig oder nützlich ist.
Nach diesem Grundsätze treffet die Wahl von Salzen, brennbaren Materialien und Metallen.
So machet es auch bei dem Pflanzenreiche in Ansehung der vaterländischen Getreide-
und Grasarten, und alles desjenigen, was zur Nahrung und Kleidung der Menschen, zur
Arznei, zum Futter für das Vieh, zum Fabriks- und Commerzwesen gehört; desgleichen in
Anwendung der Waldbäume, Stauden und Sträucher. Ermuntert zur fleissigen Anpflanzung
des Brauchbaren und Nützlichen. Erinnert an die desswegen bestehenden politischen An
ordnungen und Ermunterungen. Warnet vor giftigen Pflanzen, Schwämmen; warnet auch
vor Beschädigung der Pflanzungen, vor Uebertretung der Waldordnung u. s. w. Ermuntert
besonders zur Obstbaumzucht und zu mancherlei Versuchen in der Feldwirthschaft, dem
Weinbau und der Küchengärtnerei. Dies ist weit nützlicher, als wenn ihr euch mit den
Merkmalen der Pflanzen und derselben Eintheilungen abgeben wolltet.
Aus dem Thierreiche wählet vorzüglich die einheimischen vierfüssigen Thiere, die
Vögel, vorzüglich das Hausgeflügel, von den Insecten die Bienen, und zuletzt die Fische.
Saget davon das Nothwendigste, Brauchbarste und Nützlichste, doch mit mancher
Vorsicht und Bescheidenheit. Erwähnet auch hierbei der ihretwegen bestehenden Verord
nungen und Aufmunterungen. Lehret die Pflichten gegen die Thiere, und warnet vor dem
Missbrauche der den Menschen über dieselben eingeräumten Gewalt. Saget endlich von dem
Menschen so viel, als nöthig ist, um von dem Zwecke und Gebrauche, der Verbindung
und dom Wirkungskreise der vornehmsten Glieder des Leibes Kenntniss beizubringen. Zeiget
wie man den Körper gesund, stark, im Ebenmasse seiner Glieder erhalte, vor welchen
Fehlern und Ausschweifungen sich die Jugend zu bewahren habe. u. s. w. i
Ueberhaupt muss der Unterricht praktisch sein; indem man die Eigenschaften, Kunst
triebe und Wirkungen der Naturproducte, den Gebrauch, den Nutzen, die Cultur davon
ze jg{. — p; g leuchtet von selbst ein, dass man bei dem Vortrage der Naturgeschichte die
Gegenstände derselben, von welchen man redet, entweder in der Natur, oder in getreuer,
und wo möglich illuminirter Abbildung vor sich haben müsse, oder dass man sich auf die
selben als solche, die der Jugend schon bekannt sind, berufen könne, wie es bei vielen
Mineralien, Pflanzen und vielen vierfüssigen Thieren der Fall ist.
Zeiget vor, was vorzuzeigen ist; gebet dabei die leichtesten und sichersten Kenn-