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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Volks- und Bürgerschulen: VIII. Unterricht in der Naturkunde. 
2. Lehrmittel. 
Was die Lesebücher für Volksschulen anbelangt, welche auch Lese 
stücke aus dem Gebiete der Naturgeschichte und Landwirthschafts-Lehre ent 
halten, so stehen in dieser Beziehung unter den uns bekannten die von B,. Nieder- 
gesäss durch zweckmässige Auswahl und correcte Behandlung oben an. Auch 
die Lesebücher des k. k. Schulbücher - Verlags und von Br. Mair ent 
halten ganz gute und geeignete Lesestücke in dieser Richtung. Für die 
Bürgerschule, an welcher schon ein mehr geordnetes und übersichtlich begrün 
detes Wissen verlangt wird, müssen bereits eigene Lesebücher in gedräng 
tester Kürze verwendet werden, was durchaus nicht verschlägt, dass auch diese 
zunächst als Lesebücher benützt werden, an welche sich die Erklärung oder 
Demonstration anknüpft. In dieser Richtung ist bisher nur der „Leitfaden 
der Naturgeschichte für Bürgerschulen” von Professor K. B. Heller, ein 
in seiner Gesammtanlage recht brauchbares Büchlein, approbirt. 
Bezüglich des naturgeschichtlichen und landwirthschaftlichen (sowie auch 
des chemisch - physikalischen und geographischen) Unterrichtes kann man den 
Satz aufstellen: „Zeige mir deine Lehrmittel und ich werde dir sagen, auf 
welcher Stufe deine Schule in dieser Beziehung steht.” Ohne Lehrmittel lassen 
sich diese Wissenszweige nicht lehren und wenn man keine hat, so unterlasse 
man lieber diesen Unterricht. Bei dem grossen Aufschwünge, den die Methode 
des naturwissenschaftlichen Unterrichtes in dem letzten Decennium an Mittel 
schulen genommen hat, ist das von allen Seiten immer lauter werdende Be 
gehren nach Lehrmitteln nur ein sehr zu lobendes Zeichen des Fortschrittes 
auf pädagogischem Gebiete. Dieser Fortschritt zeigt sich im unvergleichlichen 
Masse, wenn man die jetzige Vorausstellung des k. k. Unterrichts-Ministeriums 
mit jener der Pariser Ausstellung vergleicht. 
Was die naturgeschichtlichen und landwirthschaftlichen Lehrmittel der 
jetzigen Ausstellung anbelangt, so können wir hier, schon des Raumes wegen, 
nicht auf die vollständige Aufzählung derselben eingehen. Wir beschränken 
uns hier nur auf das Wichtigste. 
Hiebei folgen wir meist der Reihenfolge der ausgestellt gewesenen 
Objecte, welche des beschränkten Raumes wegen keine Stufenfolge innerhalb 
der Gränzen des Gegenstandes einhalten konnte; auch gehen die Objecte kein 
ganzes einheitliches Bild, da sie nach der einen Richtung mehr, nach der 
andern weniger vertreten waren, wie diess eine Beschickung von vielen An 
stalten mit sich bringt; typische Sammlungen aller drei Reiche für Landschulen, 
Bürgerschulen, Lehrer-Bildungsanstalten vermissten wir sehr ungern. 
I. Unter den Lehrmitteln in natura für Volks- und Bürgerschulen 
wären besondern hervorzuheben: 
J. Grimme in Baden: Versinnlichung zu den Lesestücken: das Schaf, 
die Baumwolle, der Lein, die Seidenraupe, die Biene; dieselben sind mit Ver-
	        
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