A. Naturgeschichte und Landwirthschaft. 2. Lehrmittel.
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ständniss zusammengestellt und recht nachahmenswert, ebenso seine Samm
lung von Sämereien. Zweckentsprechend ist auch die Zusammenstellung der
Volksschule in Hohenelbe zum Lesestück: die Tanne, für die zweite Classe.
Die sechzehn Stücke plastisch nachgeahmter Schwämme von der Lehrer-
Bildungsanstalt in Königgrätz reichen für die Volksschule vollkommen
aus. Die ausgestopften Bische der Lehrer-Bildungsanstalt in Jicin wären wohl
sehr schön präparirt, aber für eine ganze Sammlung zu kostspielig. - Die
Idee, die wichtigsten Schmetterlinge in je einem Glaskästchen darzustellen,
um dieselben von oben und unten besichtigen zu können, wie diess bei
der Sammlung des Real-Gymnasiums von Pilgram der Ball ist, ist für
Volksschulen durchführbar, jedoch nicht neu. — Die Insecten-Sammlung
J. Grimme’s in Baden ist ganz gut und für Bürgerschulen vollkommen aus
reichend, ebenso seine Mineralien-Sammlung, worunter besonders das Kästchen
mit Gemmen hervorzuheben ist; von den übrigen Mineralien sind jedoch die
Handstücke vielfach zu klein. — J. Wiedl hatte einige wissenschaftlich
interessante Mineralien und Versteinerungen ausgestellt, das Ganze ist jedoch
für unsere Zwecke unbrauchbar. — Originell sind die zwei Kästchen aus
Eichen- und Tannenholz mit den auf den entsprechenden Bäumen lebenden
Insecten von Professor Hinterwalder in Innsbruck; aber die Sammlung ist
defect und kaum etwas mehr als eine artige Spielerei. Professor Kazbuda in
Jicin hat vierzig Holzarten sammt Rinde in vier Tafeln recht sinnig dargestellt,
da man hieraus, abgesehen von der gefälligen äusseren Borm die Eignung einer
Holzart für bestimmte Zwecke erkennen kann. In der Sammlung nachgeahmter
Edelsteine von Schlögel in Gablonz kommen mitunter ganz gelungene Exem
plare vor, aber auch solche, die gar nicht existiren. Die zahlreiche und gut
geordnete Sammlung von Mineralien in Kästchen von Haberfelder in Linz
eignet sich der Kleinheit wegen nicht zum Unterrichte für eine Schule.
Die Eiersammlung von B. Wünsch in Hochpetsch eignet sich für eine Bür
gerschule. Recht praktisch sind zwei Tafeln mit Käfern von Leop. Heiden
in Wien, nach dem Nutzen und Schaden in je zwei Exemplare zusammen
gestellt, für die Bürgerschule sehr zweckmässig.
Herbarien waren sehr zahlreich vertreten. So ein ganz gutes Schüler-
Herbar der evangelischen Volksschule in Graz, ein gefälliges Volks-
schul-Herbar nach den Blüthenmonaten geordnet von Therese Kollmann in
Linz; leider durchwegs ohne Wurzeln. Von der Bürgerschule in Taus
lag ein Herbar von fünf Bänden vor, nach praktischen Gesichtspunkten geord
net: Bienenpflanzen, Wiesenplanzen, Giftgewächse u. s. w. Eür die Zwecke
einer ländlichen Bürgerschule gewiss sehr passend.
Ein sehr nachahmungswürdiges Herbar hat E. Zavfel, die Blora der
Umgebung von Trebic in 6 Bänden darstellend, ausgestellt. Durch seine
Vollständigkeit und zweckentsprechende Ausstattung zeichnete sich besonders
das Herbar von Joh. Nagel in Retz aus, welches die sämmtlichen in