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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

A. Naturgeschichte und Landwirthschaft. 2. Lehrmittel. 
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ständniss zusammengestellt und recht nachahmenswert, ebenso seine Samm 
lung von Sämereien. Zweckentsprechend ist auch die Zusammenstellung der 
Volksschule in Hohenelbe zum Lesestück: die Tanne, für die zweite Classe. 
Die sechzehn Stücke plastisch nachgeahmter Schwämme von der Lehrer- 
Bildungsanstalt in Königgrätz reichen für die Volksschule vollkommen 
aus. Die ausgestopften Bische der Lehrer-Bildungsanstalt in Jicin wären wohl 
sehr schön präparirt, aber für eine ganze Sammlung zu kostspielig. - Die 
Idee, die wichtigsten Schmetterlinge in je einem Glaskästchen darzustellen, 
um dieselben von oben und unten besichtigen zu können, wie diess bei 
der Sammlung des Real-Gymnasiums von Pilgram der Ball ist, ist für 
Volksschulen durchführbar, jedoch nicht neu. — Die Insecten-Sammlung 
J. Grimme’s in Baden ist ganz gut und für Bürgerschulen vollkommen aus 
reichend, ebenso seine Mineralien-Sammlung, worunter besonders das Kästchen 
mit Gemmen hervorzuheben ist; von den übrigen Mineralien sind jedoch die 
Handstücke vielfach zu klein. — J. Wiedl hatte einige wissenschaftlich 
interessante Mineralien und Versteinerungen ausgestellt, das Ganze ist jedoch 
für unsere Zwecke unbrauchbar. — Originell sind die zwei Kästchen aus 
Eichen- und Tannenholz mit den auf den entsprechenden Bäumen lebenden 
Insecten von Professor Hinterwalder in Innsbruck; aber die Sammlung ist 
defect und kaum etwas mehr als eine artige Spielerei. Professor Kazbuda in 
Jicin hat vierzig Holzarten sammt Rinde in vier Tafeln recht sinnig dargestellt, 
da man hieraus, abgesehen von der gefälligen äusseren Borm die Eignung einer 
Holzart für bestimmte Zwecke erkennen kann. In der Sammlung nachgeahmter 
Edelsteine von Schlögel in Gablonz kommen mitunter ganz gelungene Exem 
plare vor, aber auch solche, die gar nicht existiren. Die zahlreiche und gut 
geordnete Sammlung von Mineralien in Kästchen von Haberfelder in Linz 
eignet sich der Kleinheit wegen nicht zum Unterrichte für eine Schule. 
Die Eiersammlung von B. Wünsch in Hochpetsch eignet sich für eine Bür 
gerschule. Recht praktisch sind zwei Tafeln mit Käfern von Leop. Heiden 
in Wien, nach dem Nutzen und Schaden in je zwei Exemplare zusammen 
gestellt, für die Bürgerschule sehr zweckmässig. 
Herbarien waren sehr zahlreich vertreten. So ein ganz gutes Schüler- 
Herbar der evangelischen Volksschule in Graz, ein gefälliges Volks- 
schul-Herbar nach den Blüthenmonaten geordnet von Therese Kollmann in 
Linz; leider durchwegs ohne Wurzeln. Von der Bürgerschule in Taus 
lag ein Herbar von fünf Bänden vor, nach praktischen Gesichtspunkten geord 
net: Bienenpflanzen, Wiesenplanzen, Giftgewächse u. s. w. Eür die Zwecke 
einer ländlichen Bürgerschule gewiss sehr passend. 
Ein sehr nachahmungswürdiges Herbar hat E. Zavfel, die Blora der 
Umgebung von Trebic in 6 Bänden darstellend, ausgestellt. Durch seine 
Vollständigkeit und zweckentsprechende Ausstattung zeichnete sich besonders 
das Herbar von Joh. Nagel in Retz aus, welches die sämmtlichen in
	        
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