A. Naturgeschichte und Landwirtschaft. 3. Pläne von Yolksschulgärten.
109
zum Unterrichte in der Somatologie mit cechischer Terminologie von
K. Jansky in Heuhaus sind ebenfalls ganz gute Lehrmittel.
Für die Landwirthsch aftslehre an Volksschulen waren nur
J. Patek’s Tafeln der Maulheerzucht und Seidenzucht (bei Tempsky in
Prag) vorhanden, letztere jedoch nicht colorirt, sonst gut dargestellt. Zum
Theile für Volksschulen, für Fortbildungsschulen und Lehrer-Bildungsanstalten
berechnet sind die bekannten, von verschiedenen Fachmännern nach einem
einheitlichen Princip bei Hartinger und Sohn in Wien herausgegebenen
29 landwirtschaftlichen Tafeln, welche unübertroffen dastehen und an
keiner Landschule fehlen sollten.
3. Pläne von Volksschulgärten.
Soll die Volksschule ihren Zweck vollkommen erfüllen, der in der harmonischen
Entwicklung und Förderung sämmtlicher im Kinde schlummernder
psychicher Anlagen gelegen ist, so darf neben dem zur Uehung physischer
Kräfte dienenden Turnplätze bei keiner Landschule wenigstens ein Schulgarten
fehlen. Die Schulgärten mehren sich auch von Tag zu Tag theils in Folge
privater Thätigkeit der Lehrer, theils in Folge der Einsicht und Opferwilligkeit
einzelner Persönlichkeiten und Gemeinden. V ie viel Gutes in dieser Beziehung
die Humanität stiften kann, beweist der Umstand, dass beispielsweise
vor sechs Jahren die verstorbene Kaiserin Carolina Augusta über Anregung
Sr. Excellenz des Herrn C. Grafen Coronini - Cronberg viele Tausende von
veredelten Obstbäumchen und Wildlingen ankaufte, die unter unserer Leitung
mit den entsprechenden Andeutungen unter zahlreiche Schulen des Herzogthums
Salzburg verth eilt wurden. Die wohlthätigen V irkungen hievon sind
bereits in diesem Lande deutlich sichtbar.
Ein Schulgarten muss nach unseren praktischen Erfahrungen die nachstehenden
wesentlichen Theile enthalten: 1. ein Schülerfeld (auf dem jeder
Schüler der obersten Altersstufen sein eigenes Beet zugewiesen bekommt);
2. eine Baumschule, 3. ein Getreidefeld, 4. ein Gemüsefeld, 5. ein Blumenfeld,
6. ein Mistbeet, 7. einen Composthaufen. ln der Stadt kommt noch dazu
ein Strauch- und Baumfeld, auf dem Lande ein Bienenstand, allenfalls je nach den
localen Verhältnissen eine Veranda für Seidenzucht; der Sommerturnplatz soll
möglichst hiemit in Verbindung gebracht werden. Es ist hier nicht der Ort
diese Bestandtheile näher zu beleuchten. Die Anlage eines solchen Gartens
überlässt man am Besten einem bewährten Gärtner und ist die Form je nach
den Raum- und Ortsverhältnissen ziemlich gleichgiltig. Schulgärten findet
man bei unseren Volksschulen nicht gar so selten, dieselben beschränken sich
jedoch meist auf eine Baumschule. Allein auch besser angelegte Schulgärten
beginnen sich immer mehr Bahn zu brechen; von solchen waren zwei Pläne
ausgestellt und zwar der des Dorfes Red weis in Mähren und des Dorfes