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Full text : Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

A.  Naturgeschichte  und  Landwirtschaft.  3.  Pläne  von  Yolksschulgärten.

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zum  Unterrichte  in  der  Somatologie  mit  cechischer  Terminologie  von
K.  Jansky  in  Heuhaus  sind  ebenfalls  ganz  gute  Lehrmittel.
Für  die  Landwirthsch  aftslehre  an  Volksschulen  waren  nur
J.  Patek’s  Tafeln  der  Maulheerzucht  und  Seidenzucht  (bei  Tempsky  in
Prag)  vorhanden,  letztere  jedoch  nicht  colorirt,  sonst  gut  dargestellt.  Zum
Theile  für  Volksschulen,  für  Fortbildungsschulen  und  Lehrer-Bildungsanstalten
berechnet  sind  die  bekannten,  von  verschiedenen  Fachmännern  nach  einem
einheitlichen  Princip  bei  Hartinger  und  Sohn  in  Wien  herausgegebenen
29  landwirtschaftlichen  Tafeln,  welche  unübertroffen  dastehen  und  an
keiner  Landschule  fehlen  sollten.
3.  Pläne  von  Volksschulgärten.
Soll  die  Volksschule  ihren  Zweck  vollkommen  erfüllen,  der  in  der  harmonischen ­
  Entwicklung  und  Förderung  sämmtlicher  im  Kinde  schlummernder
psychicher  Anlagen  gelegen  ist,  so  darf  neben  dem  zur  Uehung  physischer
Kräfte  dienenden  Turnplätze  bei  keiner  Landschule  wenigstens  ein  Schulgarten
fehlen.  Die  Schulgärten  mehren  sich  auch  von  Tag  zu  Tag  theils  in  Folge
privater  Thätigkeit  der  Lehrer,  theils  in  Folge  der  Einsicht  und  Opferwilligkeit ­
  einzelner  Persönlichkeiten  und  Gemeinden.  V  ie  viel  Gutes  in  dieser  Beziehung ­
  die  Humanität  stiften  kann,  beweist  der  Umstand,  dass  beispielsweise
vor  sechs  Jahren  die  verstorbene  Kaiserin  Carolina  Augusta  über  Anregung
Sr.  Excellenz  des  Herrn  C.  Grafen  Coronini  -  Cronberg  viele  Tausende  von
veredelten  Obstbäumchen  und  Wildlingen  ankaufte,  die  unter  unserer  Leitung
mit  den  entsprechenden  Andeutungen  unter  zahlreiche  Schulen  des  Herzogthums ­
  Salzburg  verth  eilt  wurden.  Die  wohlthätigen  V  irkungen  hievon  sind
bereits  in  diesem  Lande  deutlich  sichtbar.
Ein  Schulgarten  muss  nach  unseren  praktischen  Erfahrungen  die  nachstehenden ­
  wesentlichen  Theile  enthalten:  1.  ein  Schülerfeld  (auf  dem  jeder
Schüler  der  obersten  Altersstufen  sein  eigenes  Beet  zugewiesen  bekommt);
2.  eine  Baumschule,  3.  ein  Getreidefeld,  4.  ein  Gemüsefeld,  5.  ein  Blumenfeld, ­
  6.  ein  Mistbeet,  7.  einen  Composthaufen.  ln  der  Stadt  kommt  noch  dazu
ein  Strauch-  und  Baumfeld,  auf  dem  Lande  ein  Bienenstand,  allenfalls  je  nach  den
localen  Verhältnissen  eine  Veranda  für  Seidenzucht;  der  Sommerturnplatz  soll
möglichst  hiemit  in  Verbindung  gebracht  werden.  Es  ist  hier  nicht  der  Ort
diese  Bestandtheile  näher  zu  beleuchten.  Die  Anlage  eines  solchen  Gartens
überlässt  man  am  Besten  einem  bewährten  Gärtner  und  ist  die  Form  je  nach
den  Raum-  und  Ortsverhältnissen  ziemlich  gleichgiltig.  Schulgärten  findet
man  bei  unseren  Volksschulen  nicht  gar  so  selten,  dieselben  beschränken  sich
jedoch  meist  auf  eine  Baumschule.  Allein  auch  besser  angelegte  Schulgärten
beginnen  sich  immer  mehr  Bahn  zu  brechen;  von  solchen  waren  zwei  Pläne
ausgestellt  und  zwar  der  des  Dorfes  Red  weis  in  Mähren  und  des  Dorfes
            
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