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Full text : Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

2.  Lehrmittel.  3.  Turnunterrichts-Gegenstände  der  Ausstellung.  143
deutschen,  so  zeigt  sich,  dass  dort  das  Volksschul  turnen  nirgends,  weder  der
Einführuugszeit  noch  dem  Umfange  nach  im  Allgemeinen  weit  voraus,  ja  an
vielen  Orten  zurück  ist.  Bemerkt  möge  sein,  dass  an  einzelnen  Lehrer-Seminaren ­
  in  Preussen  die  Zahl  der  wöchentlichen  Turnstunden  3  —  4  (bei  uns  2),
an  den  meisten  Volks-  und  Bürgerschulen  fast  allerorts  wöchentlich  zwei  beträgt
und  dass  man  den  Turnunterricht  meist  erst  mit  dem  8.  Lebensjahre  beginnt.
2.  Lehrmittel.
Bezüglich  der  Lehrmittel  im  Allgemeinen  sowohl  als  speziell  bezüglich
der  Geräthe  gilt  dasselbe,  was  darüber  in  dem  Abschnitte  für  Mittelschulen
gesagt  wird.
Für  dieses  Gebiet  benützte  Turnschriften  sind:
Spiess:  „Turnbuch  für  Schulen.”  1  Thl.  Basel  1847.
Niggeler:  „Turnschule  für  Knaben  und  Mädchen.”  Zürich.
Schultze  und  Angerstein:  „Leitfaden  für  Knaben-  und  Mädchenturnen.”
Berlin  1861.
Schultze  und  Angerstein:  „Frei-  und  Ordnungsübungen.”  Berlin.
Kloss:  „Weibliche  Turnkunst.”  1867  u.  a.  m.
3.  Turnunterrichts-Gegenstände  der  Ausstellung.
Die  Ausstellung  ist  eine  dürftige  und  scheint  es  noch  viel  mehr,  da  zum
Theil  hieher  Gehöriges  (Pläne  von  Turnräumen)  unter  anderer  Rubrik  (Schulpläne) ­
  vorkömmt  und  daher  nicht  für  sich  zur  Geltung  gelangt.
Eine  Erklärung  für  die  schwache  Vertretung  des  Faches  kann  allerdings ­
  gefunden  werden.
Die  Absicht,  Geräthmodelle  oder  Geräthe  auszustellen,  musste  sowohl
für  Vereine,  deren  Aufgabe  überdiess  das  Schulturnen  nur  gelegentlich  oder
aushilfsweise  ist,  als  auch  für  Schulanstalten  an  der  Kostenfrage  oder  der
Befürchtung  scheitern,  für  verhältnissmässig  so  umfangreiche  Objecte  keinen
Platz  erringen  zu  können.  Eigene  Industrielle  aber,  die  als  Aussteller  durch
allfälligen  grösseren  Absatz  eine  Kostendeckung  in  Aussicht  nehmen  könnten,
gibt  es  für  diesen  Zweig  noch  nicht.
Es  bleiben  also  Ansichten  und  Pläne  von  Turnhallen  und  Plätzen,  und
Zeichnungen  von  Geräthen  als  Ausstellungs-Gegenstände  übrig.
Zunächst  sind  die  Geräthzeichnungen  zu  nennen  von  Herrn  Franz
Wostry,  Turnlehrer  am  Communal-Realgymnasium  im  II.  Bezirke  (Inspector
der  Staats-Eisenbahn),  welcher  sich  vielfach  in  derselben  Richtung  durch  constructive
  Aufnahmen  bereits  verdient  gemacht  hat.
Sie  enthalten  in  vorzüglicher  Zeichnung  auf  den  ersten  vier  Blättern
die  ins  Einzelne  ausgeführte  und  constructiv  richtige  Aufnahme  von  in  Wien
gemachten  Verbesserungen  oder  vielmehr  Umgestaltungen  an  gebräuchlichen
            
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