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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Volks- und Bürgerschulen. XI. Unterricht im Turnen. 
Turngeräthen und auf zwei Blättern Skizzen von in Wiener Blinden-Instituten 
bestehenden Turnplätzen. 
Herr Dr. Seegor stellt eine Gerätli-Combination aus, welche vielleicht 
mit mehr Becht als Dr. Schreber’s Pangymnasticon (2. Theil der Zimmer 
gymnastik, Leipzig, Pleischer 1862) so genannt werden könnte. Dieser Appa 
rat hat keine directe Beziehung zur allgemeinen Schule (zu welcher Ortho 
pädie nicht gehört). Er ist für heilgymnastische Zwecke bestimmt, und dient 
solchen thatsächlich in Dr. Seeger’s Cursalon. 
Der Apparat ist sehr sinnreich zusammengesetzt und repräsentirt durch 
verschiedene Stellungs - Veränderungen seiner Bestandtheile, namentlich der 
an den Eckpfeilern verlaufenden Seile, eine auf kleinem Raume so glücklich 
vereinigte Summe von Geräthen und TJebungsmöglichkeiten, wie sie bisher für 
den Vorgesetzten Zweck nicht vorhanden war. 
Von den ausgestellten 28 Schulplänen weisen 7 keinerlei Turnraum 
auf, bei eilfen findet sich je ein Sommer-Turnplatz, der grösste mit 460 
QMeter, der kleinste mit 36 □Klafter. 
Sechs Schulen haben je einen Turnsaal. Vier Schulen besitzen jede einen 
Turnsaal (die eine Schule deren zweie) und Sommer-Turnplatz. Der kleinste 
Turnsaal hat einen Flächenraum von 54 □Meter. 
Besonders hervorzuheben sind einige unter den aufgezählten Schulplänen 
von Orten, an denen man dem Turnunterrichte nicht nur würdige, sondern 
zum Theil in ihren Verhältnissen mustergiltige, ja stattliche Räume zuge 
wiesen hat. 
Es sind diess: 
1. Der Plan der Turnhalle zu Troppau, eines kleinen Schulpalastes, in 
welchem die Schüler der Realschule und der Bürgerschule turnen. 
Die Turnhalle enthält, ausser Nebenräumen, 2 Säle, von denen jeder circa 
24 Meter lang, 12 Meter breit und 5—7 Meter hoch ist. 
Der Sommer-Turnplatz reicht über die Ausdehnung des Gebäudes hinaus. 
2. Der Plan der Ober-Real-, Bürger- und Volksschule in Salzburg zeigt 
ein sehr stattliches Gebäude mit einem Turnsaale von circa 90 □Klafter Flächen 
raum und 5 y s Klafter Höhe. 
3. Der Plan der städtischen Kronprinz Rudolph - Volksschule in Linz mit 
einem Turnsaale von 9'/ g Klafter Länge, 6 ] / 2 Klafter Breite und 3 Klafter 
Höhe. 
4. Der Plan der Bürger- und Volksschule in Tetschen-Bodenbach mit 
einem hübschen, reichlich eingerichteten Turnsaale von 10 Klafter Länge, 
3 Klafter 4 Fuss Breite und einem Turnplätze von circa 280 □Klafter 
Flächenraum. 
5. Der Plan der Privat- Lohr- und Erziehungs-Anstalt Böhm in Wilden- 
schwerdt mit einem Turnsaale von 13 y, Klafter Länge und 3'/ 2 Klafter Breite 
(im 1. Stockwerke).
	        
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