158
Volks- und Bürgerschulen. XIII. Blindenunterricht
Je) Für den Unterricht in Handarbeiten: Die zu den gewöhnlichen weib
lichen Handarbeiten, ferner zu den Flocht- und Klöppel-Arbeiten, zur Bürsten
binderei, Drechslerei und Seilerei nöthigen Werkzeuge und Apparate der Sehen
den (sämmtlich W iener Erzeugnisse). Zum Clavierstimmen: Modelle der einzelnen
Bestandtheile des Claviers, wie des Gerüstes zum Saitenaufziehen, des Modelles
der Wiener und der englischen Flügel-Mechanik, der englischen Mechanik des
Pianino etc., von Josef Promberger junior in Wien.
3. Ausstellung - Gegenstände.
o) Vom k. k. Blinden-Erziehungsinstitute in Wien.
Die Ausstellungs-Gegenstände des k. k. Blinden-Erziehungsinstitutes in
Wien umfassen: 1. Druckschriften für und über Blinde im Flach- und Relief
druck, 2. Lehrapparate für den Blindenunterricht, 3. Schüler arbeiten.
Zu den Flachdruckschriften „der Literatur der Blindenpäda
gogik in Oesterreich” gehören:
1. Das in der Blindenwelt rühmlich bekannte „Lehrbuch zum Unter
richte der Blinden von Joh. Wilh. Klein, Wien 1819, sowie dessen wei
tere, gleich bekannte Druckschriften: „Ueber die Eigenschaften und die Be
handlung der Blinden’, Prag 1808. — „Beschreibung eines gelungenen Ver
suches, blinde Kinder zur bürgerlichen Brauchbarkeit zu bilden”, Wien 1811.
„Das Blindeninstitut zu Wien , 1822. — „Anleitung zur zweckmässigen
Behandlung blinder Kinder”, Wien 1836. — „Geschichte des Blinden-Unter-
richtes und der den Blinden gewidmeten Anstalten”, Wien, 1837. — „Die
Anstalten für Blinde in Wien”, 1841. — „Anleitung, blinden Kindern die
nüthige Bildung in den Schulen ihres Wohnortes und in dem Kreise ihrer
Familien zu verschaffen”, Wien, 1845. — „Lieder für Blinde und von Blin
den”, Wien 1845. — „Gymnastik für Blinde” Wien, 1847.
2. „Die Fürsorge lür die Blinden von der Wiege bis zum Grabe”, von M.
Pablasek. V ien, 1867. Eine ausführliche Beleuchtung der Erziehung, des
Unterrichtes, der Beschäftigung und Versorgung der Blinden. Das k. k.
Blinden-Erziehungsinstitut in Wien, 1864. — Johann Wilhelm Klein, Vortrag
zu dessen einhundertjähriger Jubelfeier, Wien 1865.
3. „Das blinde Kind im Kreise seiner Familie und in der Schule seines
Wohnortes”, von Friedrich Entlicher. Wien, Pichler’s Witwe und Sohn. 1872.
Eine kurze emplehlenswerthe Anleitung zur zweckmässigen Behandlung blinder
Kinder für Volksschullehrer und Candidaten des Volksschul-Lehramtes; mit
Erlass des hohen Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 19. October 1872,
Z. 11942, zur Anschaffung für Bezirks-Lehrerbibliotheken empfohlen.
Lnter den Reliefdruckschriften befinden sich:
15 Bände Hilfsbücher zum Schulunterrichte, mittelst einer einfachen Hand
presse im k. k. Blinden-Erzichungsinstitute in Wien gedruckt, 30 Bände bei