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Volks- und Bürgerschulen. XIII. Blindenunterricht.
8. Muster von Stechtypenschrift und zwar: a) Fibel für Blinde in
drei Theilen, verfasst von demselben, gestochen von einem Instituts - Zögling;
b) A\ ortlehro für Blinde, in Beispielen praktisch durchgefiihrt von demselben,
von einem zweiten Zögling gestochen; c) „das Gebet des Herrn” in 16 europäischen
Sprachen, zum Beweise der Anwendbarkeit der Nadeltypen zu Buchstaben
mit Accenten und andern conventioneilen Zeichen; ci) Schriftproben auf
losen Blättern.
Zu den Lehrmitteln für den Reehenunterricht gehören:
1. Die bekannte russische Rechenmaschine, in gefälliger Ausführung.
2. Die Rechenmaschine für Sehende von Jarisch, zum Gebrauche für
Blinde eingerichtet von Johann Schwarz. Ein nett ausgeführter Apparat, der
namentlich zur V ersinnlichung des dekadischen Zahlensystems gute Dienste
leistet.
3. Neuester Rechenapparat für blinde Elementarschüler, von Johann
Schwarz. Ein Kasten, dessen Lade 100 polirte hölzerne Knopfformen auf
Stielen und dessen Deckel zehn Reihen mit je zehn Löchern enthält, in welche
die Stiele der Holzknöpfc passen. Mit diesen einfachen Mitteln können allerlei
elementare Uebungen im Rechnen mit allen Schülern der Classe zugleich vorgenommen
werden, was eine nicht unbedeutende Erleichterung des Unterrichtes
ist.
4. Ein Kistehen mit Glasdeckel, enthaltend sieben Theilungsstäbe zur
1 ersinnlichung der Bruchzahlen und Erklärung der Rechnungen mit Brüchen,
eine ebenso genau als hübsch ausgeführte Arbeit von demselben.
Die geograjihischen Lehrmittel bestehen in zwei gewöhnlichen Schulkarten
für Sehende, zum Gebrauche für Blinde hergerichtet von Joh. Schwarz.
Die eine stellt Mähren und Schlesien, die andere die ganze österreichischungarische
Monarchie dar. Die für die Blinden hervorgehobenen Theile der
ganzen Karte sind ausgeschnitten, auf Pappe aufgezogen und in den Ausschnitten
auf der Unterlage der Karte festgemacht, wodurch sie in ihren Umrissen
und ihrer Ausdehnung tastbar, jedoch ohne Bodenplastik dargestellt erscheinen.
Die Eliisse sind mit Drahtlinien gezogen, die wichtigeren Orte nach
Massgabe ihrer Bedeutung mit grösseren oder kleineren Nadel- oder Nagelkuppen
bezeichnet und so der Orientirung der blinden Schüler fühlbare Stiitzpuncte
gegeben.
Zu den geometrischen Lehrmitteln gehören:
1. Ein Carton mit einem Linealapparat zur Construirung verschiedener
geometrischer Figuren, hergestellt von Joh. Schwarz.
2. Ein zweiter Carton mit Glasdeckel, enthaltend eine Tafel mit tastbaren
geometrischen Figuren aus Messingstreifen, ein Muster netter Arbeit von
demselben.
Als Arbeiten blinder Schüler sind zur Ausstellung gebracht:
1. Verschiedene Muster von Bürstenbinder-Arbeiten, und zwar kleinere