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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

3. Ausstellungs-Gegenstände. 165 
und grössere Bürsten und Besen von Rosshaar und Reiswurzeln, von blinden 
Knaben gemacht. 
2. Teppiche aus farbigen Tuchenden mit Randeinfassungen aus Harras- 
fransen, jene von Knaben, diese von Mädchen gearbeitet. Dazu die Apparate 
zirm Kransen- und Teppichmachen. 
3. Tischdecken aus gefärbtem Holzdrähte. Dazu der Klöppelbock als 
Arbeitsapparat mit einem in Fächer abgetheilten Behälter für die verschieden 
farbigen Holzdrähte. 
4. Taschen aus farbigem Stroh in mehreren Grössen und eine Decke 
aus Strohzöpfen. 
5. Sesselsitze, Rohrgeflecht in mehreren Mustern, Kr. 3 bis 5, von Knaben 
gearbeitet. 
6. Muster weiblicher Handarbeiten, und zwar Strick-, Häkel-, Hetz- und 
Näharbeiten, zusammen 20 Stück, durchweg äusserst nett und solid ausgeführt. 
Bei den ausgestellten Lehrmitteln des Brunner Blindeninstitutes, die sich 
durch die Gefälligkeit der Form ebenso wie durch ihre Verwendbarkeit beim 
Unterrichte und ihre Wohlfeilheit empfehlen, muss hervorgehoben werden, dass 
dieselben entweder ganz die Arbeit des leitenden Institutslehrers, Herrn Joh. 
Schwarz, sind, oder von ihm erdacht und nach seinen Angaben hergestellt 
wurden. 
c) Vom Blinden-Erziehungsinstitute in Linz: 
Das Linzer Institut hat Bücher im Reliefdruck und Schülcr- 
arbeiten ausgestellt. 
Zu den ersteren gehören a) als Erzeugniss des Institutes mittelst einer 
Handpresse: Auszug aus Annegarn’s Weltgeschichte, Band 1 und 3 in Quer- 
Quartformat; b) als Druck von A. Eurich in Linz: Annegarn’s Weltge 
schichte, Band 6, in Fol. — Biblische Geschichte von Dr. J. Schuster, 
Band 3, in Fol. 
Zu den letzteren gehören: a) Flecht-Arbeiten der Knaben: 4 Stück Körbe 
aus Weidenruthen, 2 Stuhlsitze als Muster von Rohr - Flechtarbeit, 2 Boden 
decken aus Strohzöpfen, eine Tischdecke aus farbigem Holzdrähte und zwei 
Teppiche aus Tuchenden mit Rändern von Wollfransen; b) als Muster von 
weiblichen Handarbeiten: Schnüre mit Quasten aus weisser Baumwolle, ein 
Bund Wollfransen, eine Damen-Cravatte und ein Servietten-Ring; eine grosse 
Bettdecke als Häkelarbeit; ein Kinderjäckchen, eine Nachthaube, ein Möbel 
schutztuch, ein Damenhalstuch und ein Glockenzug mit Perlenfransen als Netz 
arbeit; 3 Paar Strümpfe, 3 Kinderjäckchen, eine Kinderhaube, eine Altarspitze, 
ein Paar Kinderschuhe, eine Tischdecke und ein Wickelband als Strickarbeiten. 
Alle diese Gegenstände stellen sich als nette und solide Arbeiten dar, unter 
denen namentlich die Teppiche aus Tuchenden, die Häkel- und Netzarbeiten 
besondere Anerkennung verdienen. 
Unter den Ausstellungs - Gegenständen des Linzer Blindeninstitutes befin-
	        
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