3. Ausstellungs-Gegenstände. 165
und grössere Bürsten und Besen von Rosshaar und Reiswurzeln, von blinden
Knaben gemacht.
2. Teppiche aus farbigen Tuchenden mit Randeinfassungen aus Harras-
fransen, jene von Knaben, diese von Mädchen gearbeitet. Dazu die Apparate
zirm Kransen- und Teppichmachen.
3. Tischdecken aus gefärbtem Holzdrähte. Dazu der Klöppelbock als
Arbeitsapparat mit einem in Fächer abgetheilten Behälter für die verschieden
farbigen Holzdrähte.
4. Taschen aus farbigem Stroh in mehreren Grössen und eine Decke
aus Strohzöpfen.
5. Sesselsitze, Rohrgeflecht in mehreren Mustern, Kr. 3 bis 5, von Knaben
gearbeitet.
6. Muster weiblicher Handarbeiten, und zwar Strick-, Häkel-, Hetz- und
Näharbeiten, zusammen 20 Stück, durchweg äusserst nett und solid ausgeführt.
Bei den ausgestellten Lehrmitteln des Brunner Blindeninstitutes, die sich
durch die Gefälligkeit der Form ebenso wie durch ihre Verwendbarkeit beim
Unterrichte und ihre Wohlfeilheit empfehlen, muss hervorgehoben werden, dass
dieselben entweder ganz die Arbeit des leitenden Institutslehrers, Herrn Joh.
Schwarz, sind, oder von ihm erdacht und nach seinen Angaben hergestellt
wurden.
c) Vom Blinden-Erziehungsinstitute in Linz:
Das Linzer Institut hat Bücher im Reliefdruck und Schülcr-
arbeiten ausgestellt.
Zu den ersteren gehören a) als Erzeugniss des Institutes mittelst einer
Handpresse: Auszug aus Annegarn’s Weltgeschichte, Band 1 und 3 in Quer-
Quartformat; b) als Druck von A. Eurich in Linz: Annegarn’s Weltge
schichte, Band 6, in Fol. — Biblische Geschichte von Dr. J. Schuster,
Band 3, in Fol.
Zu den letzteren gehören: a) Flecht-Arbeiten der Knaben: 4 Stück Körbe
aus Weidenruthen, 2 Stuhlsitze als Muster von Rohr - Flechtarbeit, 2 Boden
decken aus Strohzöpfen, eine Tischdecke aus farbigem Holzdrähte und zwei
Teppiche aus Tuchenden mit Rändern von Wollfransen; b) als Muster von
weiblichen Handarbeiten: Schnüre mit Quasten aus weisser Baumwolle, ein
Bund Wollfransen, eine Damen-Cravatte und ein Servietten-Ring; eine grosse
Bettdecke als Häkelarbeit; ein Kinderjäckchen, eine Nachthaube, ein Möbel
schutztuch, ein Damenhalstuch und ein Glockenzug mit Perlenfransen als Netz
arbeit; 3 Paar Strümpfe, 3 Kinderjäckchen, eine Kinderhaube, eine Altarspitze,
ein Paar Kinderschuhe, eine Tischdecke und ein Wickelband als Strickarbeiten.
Alle diese Gegenstände stellen sich als nette und solide Arbeiten dar, unter
denen namentlich die Teppiche aus Tuchenden, die Häkel- und Netzarbeiten
besondere Anerkennung verdienen.
Unter den Ausstellungs - Gegenständen des Linzer Blindeninstitutes befin-