1. Lehrbücher.
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in den oberen Classen der Gymnasien. Mit Einschluss der Rhetorik, Poetik,
Literatur-Geschichte und der schriftlichen Aufsätze. (Köln 1853.)
9. Bauer Friedrich: „Grundziige der neuhochdeutschen Grammatik” für
höhere Bildungs-Anstalten. (Uördlingen 1865, zehnte Auflage, für Oester
reich bestimmte Ausgabe.) Enthält eine geschichtliche Einleitung, Lautlehre,
Biegungslehre, Lehre von der Wortbildung, Satzlehre, Rechtschreiblehre
und einen Anhang von Bemerkungen zur Einführung in ein tieferes Ver-
ständniss der deutschen Sprache.
10. Ueumann und Gehlen: „Deutsches Lesebuch” für Unter-Gymnasien und
verwandte Lehranstalten mit sachlichen und sprachlichen Erklärungen.
(4 Theile, Wien 1868 und 1869.) Es gibt Poesie und Prosa getrennt und
ordnet die Lesestücke nach Inhalt und Form.
Aus dem Angeführten geht hervor, dass der Unterricht im Deutschen an
den österreichischen Lehrer-Bildunganstalten noch keineswegs geordnet ist, son
dern sehr verschieden betrieben wird. — Die Methode muss sich erst klären
und passende Sprach- und Lesebücher müssen erst geschaffen werden. Was für
die Fachschule erspriesslich ist, findet in einem Lesebuche, das den Zwecken
der Mittelschule dient, keinen Raum; damit ist im gegebenen Falle speciell die
pädagogische Literatur gemeint.
2. Schülerarbeiten.
Bezüglich der Lehrer-Bildungsanstalten und Uebungsschulen muss voraus
geschickt werden, dass dieselben durchaus im Werden begriffen sind, und dass
namentlich die Frage über den Umfang der Uebungsschulen als eine factisch
ungelöste angesehen werden muss. Rach der Ansicht des Referenten wird ihr
Umfang in den weitaus meisten Fällen dem Umfange jener Schulen zu entsprechen
haben, die am Orte des Seminars sich befinden, weil die Möglichkeit nahe
liegt, dass die minder zweckmässig organisirte Uebungsschule über kurz oder
lang Mangel an Schülern haben würde. Katurgemäss und darum wünschens-
werth erscheint es jedoch, dass die Uebungsschule — entsprechend der acht
jährigen Schulpflicht — achtclassig sei und zugleich zu einer Vorschule des
Seminars sich gestalte. —
Zur Vorausstellung haben Schülerarbeiten eingesendet:
a) Die k. k. Lehrer-Bildungsanstalt in Bozen.
Die Uebungsschule ist sechsclassig. Die Hefte der I. Classe (Lehrer
Joh. Ursch) enthalten einfache Sätze, zumeist der Fibel entnommen; das Lehr
ziel der ersten Classe wurde, soweit diess aus den schriftlichen Arbeiten ab
zunehmen ist, vollständig erreicht.
Die „Sprachübungen” der zweiten Classe (Lehrer Jos. Turnher) sind
planmässig geordnet und die Ausführung der Arbeiten sauber und nett.
Die Arbeiten der dritten Classe (Lehrer P. Steurer) schliessen sich