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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Lehrer-Bildungsanstalten: V. Pädagogik. 
buch”. Dieses scholastische, wenig anregende Buch wurde 1860 von Frz. Herr 
mann mit einigen Aenderungen wieder herausgegeben. Erziehungs- und Unter 
richtslehre bildete seit 1852 einen Gegenstand der Präparandien. 
Seit Gründung der neuen Lehrer-Bildungsanstalten 1869 sucht man die 
ses Feld zu regeln, die Vorschriften sind aber noch schwankend. 
Anregungen zu einer Reform gingen aus von Stark, Vernaleken, Dein- 
hardt, Prausek u. a. 
Im provisorischen Lehrplane für die Lehrer-Bildungsanstalten (19. Juli 
1870) ist als Ziel der Erziehungs- und Unterrichtslehre festgestellt: 
„Kenntniss des Menschen nach Körper und Geist; Grundsätze des Unterrichts 
und der Erziehung; Geschichte der pädagogischen und historischen Entwickelung 
der Volksschule; Schuldisciplin; Methodik.” Diese Aufgabe wird auf die vier 
Jahrgänge der Lehrerschule vertheilt. 
Bis geeignete Lehrbücher aus den neuen Anstalten selbst hervorgehen, 
werden einstweilen folgende gebraucht, vom Lehrer wenigstens, da noch kein 
einziges von der Behörde als zulässig erklärt ist: 
1. Mich Jos., Erziehungs- und Unterrichtslehre (Wien u. Troppau). 
2. Vernaleken, Hauptgrundsätze der allgemeinen Unterrichtslehre (Wien). 
3. Dittes, Erziehungs- und Unterrichtslehre (Leipzig). 
4. Dittes, Geschichte der Erziehung (Leipzig). 
5. Kehr, Praxis der Volksschule (Gotha). 
6. Böhm, Geschichte der Pädagogik (Kürnberg). 
7. Bock, Pflege der Gesundheit des Schulkindes (Leipzig). 
VI. Geschichte. 
Bericht von Prof. Dr. Emanuel Hannak in Wien. 
In höherem Masse als die Bürgerschule theilen die Lehrer-Bildungsanstalten 
die Wandlungen der Volksschule und was von ihnen im Allgemeinen gilt, gilt 
namentlich vom Geschichts-Unterrichte an denselben. 
Dass bei dem drei- oder sechsmonatlichen Präparanden-Curse, der seit der 
politischen Schulverfassung bis zum Jahre 1852 an den Hauptschulen zur Her 
anbildung von Trivial- und Hauptschul-Lehrern bestand, von einem Geschichts- 
Unterrichte nicht die Bede sein kann, ist selbstverständlich. 
Doch auch die im Gefolge des Jahres 1848 eingetrotenen Reformen (vom 
13. Juli 1849, definitiv 1852 ff), durch welche der Präparanden-Curs auf zwei 
Jahre erweitert wurde, vernachlässigen diesen Zweig des Unterrichtes. Es wird 
nur gelegentlich erwähnt, dass „bei der Anweisung zum richtigen Gebrauche der 
Lesebücher sich für den tüchtigen Präparandenlehrer zureichende Anlässe finden, 
das Wissensweitheste aus der A aterlandskunde und anderen Realien theils
	        
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