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Mittelschulen: II. Deutsche Sprache und Literatur.
mitgereehnet) oder wenigstens die Ilerbstmonate Zeit Hess, die umfangreichen
Themen auszuarbeiten. Auch wurden die Schüler angeleitet, sich einen Zettelkasten
anzulegen und verwandten Stoff unter gewisse Schlagwörter zu gruppiren.
Ueber die Orthographie ist bemerkt, dass sie aus der besonnenen und vernünftigen
Anwendung der durch die deutsche Sprachforschung und die mittelhochdeutsche
Lectüre erschlossenen Ergebnisse hervorgegangen sei. „Das sogenannte
Dehnungs h und Dehnungs e und ähnlicher Unsinn” sei denn auch in
örtern, bei denen das Auge sie nicht mehr vermisste, „unter keiner Bedingung
geduldet worden”. Von den Sprachtüchtigsten wünschte der Lehrer
soviel wie möglich die „aus der historisch-organischen Entwicklung der Sprache”
abgeleitete Orthographie, die aber den anderen Schülern geradezu verboten
ward. —
Wer eine minder deutliche Handschrift besass, Hess seine Arbeit abschreiben
und setzte nur seinen Hamen bei. —
Wir müssen es uns versagen, hier sämmtliche Themen anzuführen, welche
von Schülern des Kleinseitner Gymnasiums ausgearbeitet und zur Vorausstellung
eingesendet wurden. Aber es ist unsre programmmässige Aufgabe über dieses
Ausstellungsobject im Ganzen ein Urtheil abzugeben.
Liest man die Erläuterung, so wird man gestehen müssen, dass Dr. Walter
sich fast durchweg zu gesunden didaktischen Principien bekennt und dass er
sowohl den Organisations-Entwurf, als die einschlägige Literatur über deutschen
Unterricht kennt. Auch ist hervorzuheben, dass er mit seltenem Eifer der Aufforderung
der Behörde nachgekommen ist, die Weltausstellung zu beschicken. —
Hach F orschrift der amtlichen Erläuterungen zum Special-Programm für
die Gruppe XXVI. Abth. B. sind nicht bloss eigentliche Stilübungen, sondern
auch solche Arbeiten vorgelegt worden, deren Zweck zunächst die Aneignung
eines bestimmten Unterrichts-Stoffes gewesen. 1 )
Erstere zeigen im Allgemeinen eine löbliche Gewandtheit im Ausdrucke,
sowie Klarheit und Sicherheit in der Anordnung, wenn passende Themen Vorlagen,
wie: „Hoth entwickelt Kraft”, „Schwert, Zunge und Feder, die mächtigsten
Waffen u. a. Dass manche Schüler des Kleinseitener Gvmnasiums
das Deutsche unter dem hindernden Einflüsse des Cechischen schreiben, wird
Hiemand Wunder nehmen. — Auch wird ein erfahrener Schulmann einzelne
stilistische Mängel nicht zu hoch anrechnen, denn absolute Vollkommenheit wird
an keinem Gymnasium der V eit erreicht. Die Correctur des Lehrers, welche
an den Schularbeiten ersichtlich ist, zeigt von Genauigkeit und Strenge, und
die Reinschriften beweisen, dass sie auch erfolgreich gewesen.
Aus den Arbeiten zweiter Kategorie ist das Streben ersichtlich, über den
obligaten Lehrstoff des Gymnasiums hinauszugehen und tiefer in die wissen-1)
Das Verzeichniss führt mehr Themen auf, als in den Heften vorliegen. — Im Berichte
werden die Themen nach dem Verzeichnisse citirt, wo nicht ausdrücklich von der Arbeit des Schülers
die Rede ist.