A. Italienische Sprache. 2. Sprach- und Lesebücher.
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die Unterrichtssprache gesteckten völlig, wesshalb auch die Schüleraufgaben
durchgchends meist in freien Aufsätzen bestehen, und der Mehrzahl nach Ge
wandtheit in correcter schriftlicher Handhabung des Italienischen darthun.
An den deutschen Realschulen Tirols ist als Lehrziel für die gesammte
Realschule festgesetzt: Vollständige Aneignung und Verständniss der Formen
lehre und Syntax, Erwerb eines ausgiebigen Wort- und Phrasen-Vorraths,
fehlerfreie schriftliche und mündliche Behandlung leichterer Themen, übersicht
liche Kenntniss der Literatur, nähere Bekanntschaft mit hervorragenden Lei
stungen derselben.
Hier sind freie Aufsätze bei den Schülern schon seltener, während die
schriftlichen Aufgaben an den Realschulen Kärntens, wo bei der Beschrän
kung des Unterrichtes auf die obern Gassen das Lehrziel ein geringeres ist,
und an den Mittelschulen der andern Kronländer, wo das Italienische nur als
Nebenfach gelehrt wird, sich meist auf Uebertragen leichterer prosaischer
Stücke aus dem Deutschen und auf Uebersetzungen aus dem Italienischen
beschränken.
2. Sprach- und Lesebücher.
An den Mittelschulen mit deutscher Unterrichtssprache im Küstenlande
werden, der Gleichartigkeit des Lehrplans entsprechend, die an italienischen
Anstalten für die Muttersprache in Gebrauch stehenden Lehrbücher verwendet,
von welchen später die Rede sein wird.
An den übrigen Anstalten, wo es sich zunächst darum handelt, Anfänger,
welche des Italienischen gänzlich unkundig sind, in das Studium einzuführen,
standen seit dem Jahre 1850 zahlreiche mehr oder minder zweckmässige
Sprachlehren in Gebrauch, von denen einzelne wieder aus dem Buchhandel
verschwunden sind, andere in verbesserten und umgearbeiteten Ausgaben noch
immer benützt werden.
Zu den ersten gehören die älteren Ausgaben von Dom. Eilippi’s italie
nischer Sprachlehre, sowie Nowotny’s Lehrbuch der italienischen Sprach
wissenschaft (Innsbruck, Wagner 1850) und andere, welche, meist auf den ein
schlägigen Forschungen von Fernow, Jagemann und Blanc fussend, überwiegend
theoretisch gehalten sind und über dem Streben nach genauer Sichtung und
vollständiger Darlegung des grammatischen Materials den praktischen Zweck
aus dem Auge verlieren.
Zweckmässiger eingerichtet und noch vielfach gebraucht sind:
1 Fornasari-Verce Laur.: „Theoretisch-praktischer Leitfaden zur Erler
nung der italienischen Sprache.” 3. Auflage 1867, Wien.
2. Fornasari-Verce A. J.: „Kleine italienische Schulgrammatik.” 2. Auf
lage 1864, Wien.
3. Fornasari-Verce A. J. „Theoretisch - praktische Anleitung zur Erler
nung der italienischen Sprache.” Leipzig, 1866.