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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

A. Italienische Sprache. 2. Sprach- und Lesebücher. 
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die Unterrichtssprache gesteckten völlig, wesshalb auch die Schüleraufgaben 
durchgchends meist in freien Aufsätzen bestehen, und der Mehrzahl nach Ge 
wandtheit in correcter schriftlicher Handhabung des Italienischen darthun. 
An den deutschen Realschulen Tirols ist als Lehrziel für die gesammte 
Realschule festgesetzt: Vollständige Aneignung und Verständniss der Formen 
lehre und Syntax, Erwerb eines ausgiebigen Wort- und Phrasen-Vorraths, 
fehlerfreie schriftliche und mündliche Behandlung leichterer Themen, übersicht 
liche Kenntniss der Literatur, nähere Bekanntschaft mit hervorragenden Lei 
stungen derselben. 
Hier sind freie Aufsätze bei den Schülern schon seltener, während die 
schriftlichen Aufgaben an den Realschulen Kärntens, wo bei der Beschrän 
kung des Unterrichtes auf die obern Gassen das Lehrziel ein geringeres ist, 
und an den Mittelschulen der andern Kronländer, wo das Italienische nur als 
Nebenfach gelehrt wird, sich meist auf Uebertragen leichterer prosaischer 
Stücke aus dem Deutschen und auf Uebersetzungen aus dem Italienischen 
beschränken. 
2. Sprach- und Lesebücher. 
An den Mittelschulen mit deutscher Unterrichtssprache im Küstenlande 
werden, der Gleichartigkeit des Lehrplans entsprechend, die an italienischen 
Anstalten für die Muttersprache in Gebrauch stehenden Lehrbücher verwendet, 
von welchen später die Rede sein wird. 
An den übrigen Anstalten, wo es sich zunächst darum handelt, Anfänger, 
welche des Italienischen gänzlich unkundig sind, in das Studium einzuführen, 
standen seit dem Jahre 1850 zahlreiche mehr oder minder zweckmässige 
Sprachlehren in Gebrauch, von denen einzelne wieder aus dem Buchhandel 
verschwunden sind, andere in verbesserten und umgearbeiteten Ausgaben noch 
immer benützt werden. 
Zu den ersten gehören die älteren Ausgaben von Dom. Eilippi’s italie 
nischer Sprachlehre, sowie Nowotny’s Lehrbuch der italienischen Sprach 
wissenschaft (Innsbruck, Wagner 1850) und andere, welche, meist auf den ein 
schlägigen Forschungen von Fernow, Jagemann und Blanc fussend, überwiegend 
theoretisch gehalten sind und über dem Streben nach genauer Sichtung und 
vollständiger Darlegung des grammatischen Materials den praktischen Zweck 
aus dem Auge verlieren. 
Zweckmässiger eingerichtet und noch vielfach gebraucht sind: 
1 Fornasari-Verce Laur.: „Theoretisch-praktischer Leitfaden zur Erler 
nung der italienischen Sprache.” 3. Auflage 1867, Wien. 
2. Fornasari-Verce A. J.: „Kleine italienische Schulgrammatik.” 2. Auf 
lage 1864, Wien. 
3. Fornasari-Verce A. J. „Theoretisch - praktische Anleitung zur Erler 
nung der italienischen Sprache.” Leipzig, 1866.
	        
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