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Mittelschulen: IV. Religions-Unterricht.
Der in Prag bei Bellmann erschienenen Liturgik liegt das vom emeritir-
ten Gymnasial-Präfecten J. Scliamm hinterlassene Manuscript zu Grunde, das
der Prager Professor J. Frencl umarbeitete und 1857 der Oeffentlichkeit
übergab. Diese Liturgik behandelt I. die heiligen Orte und die zum öffentlichen
Gottesdienste nöthigen Erfordernisse; II. die heiligen Handlungen (das heilige
Messopfer, die heiligen Sacramente, die Sacramcntalicn und die kirchlichen
Gebetsweisen); III. die heiligen Zeiten.
III. Classe:
1. Fischer F.: „Geschichte der göttlichen Offenbarung des alten Bundes
für Gymnasien und andere höhere Lehranstalten.” Mit Genehmigung des
hochwürdigsten Ordinariates Wien. Mit zwei lithographirten Karten. Zweite
Auflage, 1873.
Approbirt mit Erlass des Unterrichts-Ministeriums vom 29. Juni 1870
Z. 5332 für die unteren Classen der Mittelschulen.
2. „Geschichte der Offenbarung des alten Testamentes. Zum Gebrauche für
Gymnasien.” Prag 1863.
Approbirt mit Erlass des Staats-Ministeriums vom 5. September 1862.
Z. 9316 für Gymnasien.
3. Peuker II.: „Geschichte der göttlichen Offenbarung des alten Bundes.”
Mit Genehmigung des hochwürdigen Ordinariates Wien. Wien 1870.
Approbirt mit Erlass des Unterrichts - Ministeriums vom 18. Novem
ber 1870. Z. 11657 für Gymnasien und Eeal-Gymnasien.
Die Geschichte der göttlichen Offenbarung soll der Jugend die Kenntnis«
der wichtigen Thatsachen der göttlichen Offenbarung vermitteln und überdies«
zur Wiederholung der Glaubens- und Sittenlehre Gelegenheit bieten.
Fis eher’s Lehrbuch ist diesem Zwecke entsprechend eingerichtet; denn
es sind die bedeutungsvollsten und lehrreichsten Thatsachen der göttlichen
Offenbarung des alten Bundes auf eine den Bedürfnissen und der Fassungskraft
der Schüler entsprechenden Weise in chronologischer Ordnung dargestellt; zu
gleich enthalten die Anmerkungen und das im kleinen Drucke dem Texte Hinzu
gefügte die näheren Anknüpfungspuncte für den mündlichen Vortrag. Im Hinblicke
auf den pädagogischen Zweck des Buches für den Schulunterricht sind die am
geeigneten Orte cinzuschaltenden Hinweisungen auf die Glaubens- und Sittenlehre,
sowie die Darlegung des Erziehungsplanes der göttlichen Weisheit in den einzelnen
Zeitabschnitten der heiligen Geschichte dem lebendigen Vortrage des Professors
überlassen. Di**? messianischen Weissagungen und Vorbilder haben eine beson
dere Berücksichtigung gefunden* ohne dabei die Anregung zur selbstständigen
Denkthätigkeit der Schüler auszuschliessen. Die Geschichtserzählungen geschehen
möglichst mit den Worten oder in der Sprachweise der heiligen Schrift. Die
beigegebenen lithographirten Karten stellen dar: Palästina vor dem Exil und
Aegypten mit dem Zuge der Israeliten nach Canaan. (Aus der Vorrede des
Buches.)