Mittelschulen: Y. Philosophische Propädeutik.
dann die Logik. In der Einleitung zu dieser wird der Begriff der Logik prä-
cisirt, sodann in drei Abschnitten die Lehre von den Begriffen sammt Defini
tionen und Divisionen, den Urtheilen und Schlüssen sammt Argumentationen
besprochen. Hierauf folgt die Psychologie in drei Abschnitten, die vom Vor-
stellen, Fühlen und Streben handeln. — Zum Schlüsse kommt (aber erst in
der II. Aufl.) eine Einleitung in die Philosophie, die im Sinne des Organi
sations-Entwurfes zum Zwecke hat, das Bedürfniss nach gründlichem Studium
der Philosophie zu wecken. Dieselbe Aufgabe stellt sich Dr. Lindner’s „Ein
leitung in das Studium der Philosophie,” die aber nicht unter den approbirten
Lehrbüchern angeführt erscheint.
Zimmermann’s Propädeutik ist ein allgemein als vorzüglich anerkanntes
Werk; es ist ins Holländische, Italienische, Magyarische übersetzt und viel
fach in Gebrauch. W enn es nun in letzterer Zeit den Büchern von Lindner
und Drbal weichen musste, so mag das sich daraus erklären, dass die letzt
genannten Verfasser, weil selbst an Mittelschulen thätig, besser das Mass
und die Form desjenigen zu finden wussten, was sich vornehmlich für die
Mittelschulen eignet.
Dr. Jos. Beck’s, grossherzoglich Badischen geheimen Hofraths und Pro
fessors, „Grundriss der Logik” —- besonders abgedruckt aus seiner philosophi
schen Propädeutik — ist in der That nur ein kurzer, dürftiger Abriss der
Logik, umfassend die Elementar- und die Methodenlehre. Mustergiltige Bei
spiele, aut welche Herbart mit Recht ein so grosses Gewicht legt, weil die
logische Regel, wie jedes allgemeine Gesetz, nur insoweit verstanden wird, als
sie sich auf bestimmten Fällen, die vorschweben müssen, aufbaut, fehlen fast
gänzlich, damit ist aber auch der Contact mit den andern Fächern des Gym
nasiums zum grossen Theile abgeschnitten.
Lindner’s „Lehrbuch der formalen Logik nach genetischer Methode” hat
in der zweiten Auflage zu seinem Vortheile wesentliche und durchgreifende
Veränderungen erfahren und kann nunmehr als ein recht verwendbares Lehr
buch bezeichnet werden. Es enthält die üblichen Theile: Einleitung, Elementar
lehre, Wissenschaftslehre.
Die Fassung der logischen Gesetze ist im Allgemeinen kurz und bündig,
die Anordnung klar, die Beispiele, den verschiedenen Lehrgegenständen des
Gymnasiums entlehnt, zahlreich und angemessen.
Dr. Math. Arnos Drbal’s „Lehrbuch der propädeutischen Logik” zeigt
dieselbe Eintheilung und Gliederung, wie das Buch von Lindner. — Es
ist ein treffliches, den Bedürfnissen der Schule vollkommen angepasstes
Werk; die Auswahl von Beispielen dürfte hier noch reichhaltiger sein als
bei Lindner.
Drobisch M. W. „neue Darstellung der Logik” (3. Aufl.) ist jedem, der
sich je mit Logikstudium befasst, so bekannt und zugleich als hervorragendes,
die Wissenschaft bereicherndes Werk — nicht bloss als Schulbuch — so all-