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Mittelschulen: Y. Philosophische Propädeutik.
1. Proch&zka J. J., Dr., gewesener supplirender Professor der Philosophie
an den Hochschulen Innsbruck und Wien: „Psychologie.” Leitfaden fin
den Unterricht in Gymnasien, Realschulen etc. etc. YI. Anflage. Wien
1870. Pichler’s Witwe und Sohn.
Das Werk behandelt in den ersten 4 Capiteln das niedere Seelen
leben, d. h. die sinnliche Wahrnehmung, die Reproduction der Vor
stellungen, das sinnliche Gefühl und das sinnliche Begehren, und dann
in weiteren 4 Abschnitten das höhere Seelenleben, d. h. das Denken,
die Ideen, die höheren geistigen Gefühle und das Wollen. Dazu ein
Anhang, der vornehmlich über Kraniologie handelt. Es enthält in
knappster Form das Hothwendigste aus der Psychologie.
2. Drbal Mathias Arnos, Dr.: „Empirische Psychologie.” Ein Lehrbuch für
Gymnasien und Pädagogien, sowie zur Selbstbelehrung, leichtfasslich dar
gestellt. Wien 1868. Braumüller.
Der Einleitung, die den Begriff, die Methode, die Quellen etc.
der empirischen Psychologie aufstellt, folgt ein Abschnitt über den
Begriff der Seele und deren Yerhältniss zum Leibe. Hierauf werden
in drei Abschnitten die Hauptformen der Seelenthätigkeit abgehandelt,
und zwar umfasst der I. Abschnitt die Lehre vom Geiste in 4 Capiteln
(1. von den Sinnesempfindungen, 2. vom Verlaufe der Vorstellungen,
3. von der Bildung der Zeit- und Raumvorstellungen, 4. von der In
telligenz), der II. Abschnitt die Lehre vom Gemüthe in 3 Capiteln
(1. vom Gefühlsleben im Allgemeinen, 2. von den formellen 3. von den
qualitativen Gefühlen), der III. Abschnitt die Lehre vom Begehren
und der Freiheit in 3 Capiteln (1. vom Begehren im Allgemeinen
2. von den sinnlichen 3. von den geistigen Begierden).
Was dem Buche als einem Schulbuche etwa abträglich ist, näm
lich die allzuweite Ausführung einzelner Parthien, gerade das macht
dasselbe empfehlenswerth als Hilfsbuch für ein eingehenderes Studium
der Psychologie; daher denn auch die Angabe einer Menge von Schriften
aus dem Gebiete der Physiologie und Psychologie, um zu tieferem
Studium anzuregen.
3. Dittes Friedr. Dr.: Director des Lehrer-Pädagogiums zu Wien: „Lehr
buch der Psychologie.” Pichlers Witwe und Sohn, 1873.
Die Einleitung gibt den Begriff, die Quellen, die Methode der Psycho-
logie; hierauf wird in o Abschnitten das Seelenleben a) als receptives
(das Sinnesleben) b) als reproductives (Organismus des Geistes) c) als
productives (Ausgestaltung des Geistes) abgehandelt. Das Buch für
Lehrer und Erzieher bestimmt, soll die Grundlage bilden, auf der sich
die Pädagogik aufbaut. —
4. Dittes Friedr. Dr.: „Praktische Logik.” Besonders für Lehrer. II. un
veränderte Auflage. Wien 1872. Pichler’s Witwe und Sohn.
Der erste Theil des Buches enthält die Lehre von den Begriffen,
der zweite die von den Erklärungen und Eintheilungen, der dritte die