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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

2. Lehrmittel. 
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Bei der Kostspieligkeit derselben sind aber die Gymnasien nicht in der Lage, 
derartige Sammlungen für ihre Unterrichtszwecke anzulegen und müssen ihre 
Schüler auf die in den grossem Städten bestehenden öffentlichen Sammlungen 
verweisen. 
Kur vereinzelte Anstalten haben einige der Erwähnung wertho Hilfsmittel 
dieser Art. So besitzt das Leopoldstädter Communal-Keal- und Obergymnasium 
eine Sammlung von Steinwerkzeugen aus den Torfmooren Kjökken- 
möddings Dänemarks zur Erläuterung der Cultur in der prähistorischen Zeit 
Mitteleuropas. Dieselbe Anstalt hat auch eine Sammlung von 300 Münzen, 
die sich jedoch lediglich auf die römische Kaiserzeit beschränkt. TV ichtiger ist 
die Münzsammlung des Gymnasiums bei den Schotten in Wien, die 
auch das ältere römische und das griechische Münzwesen zur Anschauung bringt. 
Als Ersatz für derartige Sammlungen, die sich doch nur auf sehr kleine 
Gebiete des Culturlebens beschränken können, erscheinen bildliche Darstel 
lungen. Wie wichtig und nothwendig dieselben namentlich auf dem Gebiete 
des Alterthums sind, erhellt aus der Instruction des Organisations-Entwurfes, 
welche „die Staatsalterthümer, die Religion und Kunst” als „integrirendc Be- 
standtheile der Geschichte” des Alterthums bezeichnet. 
Das umfassendste derartige Werk, das in vielen Gymnasial-Bibliotheken 
vorhanden ist, ist L. Weiser’s „Bilderatlas zur Weltgeschichte , mit er 
läuterndem Text von Kurz und Merz. Der I. Band behandelt im 1. Iheile die 
Geschichte des Alterthums, im 2. Theile die Alterthümer der Griechen und 
Römer (Bauten, Trachten, Kriegs- und Seewesen, Cultus, Religion etc.). Der 
II. Band bringt Abbildungen zur Geschichte und Cultur des Mittelalters und 
der Heuzeit. 
Mit Beschränkung auf die Kunst ist zunächst der kunsthistorische Atlas 
von Guhl und Kaspar verwendbar, der sowohl in der grossen, wie in der 
Volksausgabe in die Gymnasial-Bibliotheken Eingang fand. ') 
Hieher gehören auch photographische Abbildungen historisch denk 
würdiger Orte, Gebäude und Ruinen, wie solche in grösserer Anzahl das k. k. 
akademische Gymnasium, das Leopoldstädter Communal-Real- und Ober-Gym 
nasium in Wien u. a. besitzen. 
Auch archäologische Werke, in denen Abbildungen aufgenommen sind, 
dienen demselben Zwecke. Unter diesen sind Guhl und Koner: „Das Leben 
der Griechen und Römer” und Overbeck’s „Pompeji” als die in dieser 
Richtung bedeutendsten und in den Gymnasial - Bibliotheken am zahlreichsten 
vertretenen hervorzuheben. 
Doch alle bisher angezogenen Werke eignen sich wegen des kleinen 
Massstabes, in dem sie die einzelnen Gegenstände darstellen, mehr für den 
Privat- als für den Schulgebrauch. Hur in Schulen, wo sich die Schüler-Anzahl 
1) Angezeigt in der Oesterr. G. Z. Jahrg. 1864, pag. 310 11.
	        
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