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Full text : Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Mittelschulen:  VI.  Geschichte.

uns  zunächst  den  durch  seine  Sculpturen  und  seine  grossartigen  Verhältnisse
einzigen  Tempel  der  Athene,  den  Parthenon,  vor  Augen  und  zeigt  am  Fusse
der  Akropolis  die  Trümmer  des  von  Herodes  Attikus  (200  v.  dir.)  aufgeiuhrten
Odeions.  Ein  selbstständiges  Bild  weist  uns  die  kärglichen  Reste  des  im  römischen ­
  Style  gebauten  Erechtheions  mit  seinen  schlanken  Säulen  und  den
schmucken  Karyatiden.  —  Der  korinthische  Stil  ist  endlich  durch  das  choregische
  Monument  des  Lysikrates  vertreten,  das  in  seiner  fremdartigen
Umgebung  die  traurigen  Schicksale  zu  erzählen  scheint,  welche  die  alten  Denkmäler ­
  Griechenlands  im  Allgemeinen  zu  erfahren  hatten.
Ein  folgender  Cyclus  wird  die  römischen  Kunstdenkmäler  behandeln.')
3.  Gesetzliche  Bestimmungen  für  Realschulen.
_  Schon  bei  dem  ersten  Versuche  eine  Realschule  zu  schaffen  (im  Jahre
1795)  erhielt  „die  allgemeine  und  vaterländische  Geschichte”  und  „die  Geschichte
der  Handlung”  einen  Platz  unter  den  zu  lehrenden  Gegenständen.  Doch
wurden  diese  Pläne  nicht  realisirt.  Es  gab  wohl  seit  1804  in  einigen  Hauptund
  Handelsstädten  3classige  Realschulen,  seit  1809  traten  derartige  Schulen  bei
der  Errichtung  höherer  technischer  Lehranstalten  mit  diesen  in  Verbindung
auf;  aber  die  Geschichte  wurde  in  ihnen  ebenso  wenig  gepflegt  wie  an  Gymnasien. ­
  Doch  ist  hervorzuheben,  dass  an  der  Realschule,  die  mit  dem  Wiener
polytechnischen  Institute  in  Verbindung  stand,  der  Unterricht  in  der  Geschichte
von  dem  in  der  Geographie  getrennt  und  in  jeder  der  2  Classen  mit  2  Stunden
bedacht  wurde.
Eigentliche  selbstständige  Realschulen  wurden  erst  durch  den  Organisations-Entwurf ­
  vom  Jahre  1849  ins  Leben  gerufen.  Rach  demselben  sollte
der  Unterricht  in  der  Geschichte  auf  zwei  Stufen,  sowohl  in  der  Unter-,
als  auch  in  der  Ober-Realschule,  behandelt  werden.
§.  13  dieses  Entwurfes  setzt  als  Ziel  des  Geschichts-Unterrichts
m  der  vollständigen  (4elassigen)  Unter-Realschule:  Uebersicht  über
die  charakteristischen  Momente  aus  der  Volker-Geschichte  in  ihrem  chronologischen ­
  Zusammenhänge.  Genauere  Kenntniss  des  österreichischen  Staates  nach
seiner  historischen  Entwickelung.
Der  specielle  Lehrplan  wies  diesem  Unterrichtszweige  in  der  II.  und  III.
Classe  der  Unter-Realschule  je  3  Stunden  zu,  und  zwar  sollte  in  der  II.  Classe
AUe  Geschichte  bis  800  p.  Ch.,  in  der  III.  Classe  Reue  Geschichte  seit  800  in
Verbindung  mit  der  einschlägigen  Geographie  behandelt  werden.  Vom  Ende
des  Mittelalters  an  sollte  die  neue  Geschichte  als  Geschichte  Oesterreichs  mit
Hervorhebung  der  Ereignisse,  welche  das  specielle  Vaterland  betreffen  und
mit  Berücksichtigung  der  Hauptmomente  der  Weltgeschichte  gelehrt  werden.

0  Langl's  „Denkmäler  der  Kunsf  sind  als  Wandbilder  in  der  Schule  zu  benützen,  und
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