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Full text : Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Mittelschulen:  VI.  Geschichte.  4.  Lehrmittel  für  Realschulen..

wohl  nicht  als  Lehrmittel  für  alle  Schüler  vorgeschrieben,  aber  als  solches  empfohlen ­
  wurde.
Dasselbe  gilt  von  der  historischen  TJebersichtskarte  der  österreichischen ­
  Monarchie  von  Jos.  Häufler.
Die  Belebung  des  Unterrichtes  durch  Lectüre  der  Quellen,  wie  sie
im  Gymnasium  wenigstens  mit  Beschränkung  auf  die  Griechen  und  Börner
theilweise  möglich  ist,  kann  in  der  Bealschule  nicht  Statt  haben.  Doch  kann
das  deutsche  Lesebuch  durch  Aufnahme  von  mustergiltigen  Uebersetzungen  einzelner ­
  Bruchstücke  aus  wichtigeren  Quellenschriften  den  Unterricht  in  der  Geschichte ­
  fördern,  wie  diess  im  Organisations-Entwürfe  (namentlich  bei  der  alten
Geschichte)  angedeutet  ist.
Dafür  hat  die  Bealschule  (und  zum  Theile  auch  das  Beal  -  Gymnasium),
wo  der  Zeichen-Unterricht  durch  alle  Classen  (beim  Beal-Gymnasium  wenigstens
durch  vier  Classen)  reicht,  mehr  Gelegenheit  als  das  Gymnasium,  den  Geschichts-Unterricht
  durch  Anschauung  von  Bildwerken  oder  wirklichen  Antiquitäten ­
  zu  fördern.  Es  finden  sich  an  denselben  nicht  bloss  vereinzelte
Sammlungen  von  Antiquitäten  und  Abbildungen,  wie  solche  bei  den  Gymnasien ­
  erwähnt  sind  (besonders  hervorzuheben  ist  die  Münzsammlung  der
Communal-Ober-Bealschule  auf  der  Wieden  in  Wien),  sondern  es  bietet  sich
im  Zeichen-Unterrichte  reichliche  Gelegenheit,  durch  Vorlagen  (unter  welchen
die  Photographien  aus  dem  österreichischen  Museum  für  Kunst  und  Industrie
im  Jahre  1867  besonders  empfohlen  wurden)  und  Modelle  die  Kunst-Entwickelung ­
  der  Culturvölker  zum  Verständniss  der  Schüler  zu  bringen.  Der  Bealschüler
  hat  überdiess  vor  dem  Gymnasiasten  den  Vortheil,  dass  er  die  ihm  vor
Augen  geführten  Gegenstände  nicht  nur  betrachten,  sondern  auch  graphisch
oder  plastisch  nachbilden  und  sich  um  so  dauerhafter  einprägen  kann.  Als
Beweis  hiefiir  können  die  ausgestellten  Schüler-Arbeiten  vom  Beal-Gymnasium
zu  Tabor  angeführt  werden,  die  „das  Innere  eines  ägyptischen  Tempels”  und
den  „Grundriss  eines  griechischen  Theaters”,  eine  etruskische  Vase,  die  „Castro,
romana  pro  duabus  legionibus”  und  das  „Innere  eines  römischen  Hauses”  zur
Darstellung  bringen.
            
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