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Full text: Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

3. Geographie an Realschulen. 
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1. Semester: Geographie der nicht österreichischen Länder Europas mit historischen 
Bemerkungen. 
2. Semester: Speeielle Geographie Oesterreichs. 
III. Classe (praktisches Jahr), wöchentlich 3 Stunden. 
Vaterlandskunde, d. h. Uebersicht der Geschichte Oesterreichs, Verfassungskunde, 
Statistik, besonders in Beziehung auf Handel und Gewerbe. 
c) Unter-Realschule von zwei Jahrgängen. 
I. Classe, wöchentlich 2 Stunden. 
Abriss der Erdbeschreibung mit historischen und ethnographischen Bemerkungen. 
II. Classe (praktisches Jahr), wöchentlich 2 Stunden. 
Vaterlandskunde, d. h. specielle Geographie Oesterreichs, Hauptpuncte aus seiner 
Geschichte, Verfassungskunde, Statistik, besonders in Beziehung auf Handel und Gewerbe. 
d) Ober-Realschule. 
In jeder der 3 Classen wöchentlich 3 Stunden. 
In der I. und II. Classe und im 1. Semester der III. Classe findet kein selbst 
ständiger geographischer Unterricht statt, sondern „bei dem gesammten Geschichts-Unter 
richte ist durch genaue Bezeichnungen des Schauplatzes der Ereignisse die geographische 
Kenntniss der Schüler zu erhalten und zu sichern.” 
Im 2. Semester der III. Classe bildet den Lehrstoff: Statistik Oesterreichs in 
Beziehung auf Verfassung, Handel, Gewerbe; vergleichende statistische Uebersicht der 
übrigen Hauptstaaten in derselben Beziehung. 
Das mit dom Ministerial-Erlasse vom 13. August 1851 publicirte Statut, 
durch welches der der Realschule durch den Org’anisations-Entwurf vom Jahre 
1849 aufgeprägte Charakter wesentlich (und zwar nicht zu ihrem Yortheile) 
alterirt wurde, brachte in Bezug auf den geographischen Unterricht keine Aen- 
derung von Bedeutung, wohl aber wurden durch die im Jahre 185o erlassenen 
„Instructionen über die Vorgangsweise des Lehrers für die einzelnen Gegen- 
stände” zweckmässige Andeutungen über die Methode des geographischen 
Unterrichtes gegeben. Insbesondere wurde in denselben auf das Landkarten 
lesen Nachdruck gelegt, „welches nicht nur dem eigentlichen geographischen 
Unterrichte vorangehen, sondern auch neben ihm betrieben werden soll, so dass 
die Schüler durch das Studium der Atlasblätter in den wichtigsten Beziehungen 
der Geographie zum Alltagsleben, in der Lage und Ausdehnung, der oro- und 
hydrographischen Beschaffenheit und Topographie der Länder schon eine An 
schauung gewonnen haben, bevor der stufenweise Unterricht zur speciellen Be 
trachtung eines Landes gelangt, und sich in jener Anschauung im \ erlaufe 
des Unterrichtes nur immer mehr befestigen.” 
Indessen krankte der geographische Unterricht auch an der Realschule 
an dom gleichen Uebel wie am Gymnasium: an dem ungenügenden Aus 
masse der für denselben bestimmten Stundenzahl und an der Verquickung 
desselben mit dem historischen Unterrichte. Wenn selbst auf der Oberstufe 
jene Verbindung der Geographie mit der Geschichte, bei welcher letztere die 
Hauptsache bildet, nur unter sehr ausnahmsweisen Verhältnissen dem Jüng 
linge jenes geographische Wissen vermitteln kann, welches von den Ver 
hältnissen der Gegenwart nun einmal unabweislich gefordert wird, so muss 
eine solche Verbindung auf der Unterstufe schon aus didaktischen Gründen der
	        
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