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Full text : Bericht über österreichisches Unterrichtswesen, aus Anlass der Weltausstellung 1873, II. Theil

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Mittelschulen:  VII.  Geographie.

Geographische  Lehrmittel  für  Mittelschulen.')
Bericht  vom  kais.  Rath  Anton  Steinhäuser  in  Wien.
a)  Zur  mathematischen  Geographie.
a)  Graphische  Illustrationen.  Nach  Art  der  E.  Wetzel’schen  Wandkarte ­
  zur  mathematischen  Geographie  (Berlin  C.  Beimer)  hat  die  Verlagshandhing ­
  E.  Hölzel  (Wien  und  Olmiitz)  eine  solche  von  Jausz  bearbeiten
lassen,  welche  die  Stellung  der  Erde  zur  Sonne  in  den  zwölf  Monaten,  die
1  hasen  des  Mondes,  die  Finsternisse,  Sonnenflecken,  Nebelflecken,  Kometen
etc.,  kurz  die  vorzüglichsten  Erscheinungen  am  Himmel,  die  sonst  im  Kleinen
und  zerstreut  in  Lehrbüchern  Vorkommen,  vergrössert  zur  Anschauung  bringt.
Von  dem  k.  k.  Bezirkshauptmann  von  Neutitschein  Schuster  liegt  ein
Heft  mit  15  sehr  nett  gezeichneten  astronomischen  Tafeln  nebst  erklärendem ­
  handschriftlichen  Texte  (1871)  vor,  die  das  Verhältniss  der  Planeten
zur  Sonne,  der  Erde  zu  Sonne  und  Mond  illustriren,  wobei  besonders  auf  das
Grössenverhältniss  der  Weltkörper  Rücksicht  genommen  ist.
Hieher  gehört  auch  Dr.  Schlossers  Sonnenhahnkarte  (Wien  bei  Waldhcim
  18  t  3)  mit  verschiebbarer  Ekliptikzone.  Auf  zwei  Säulen  erscheinen  die
Angaben  der  jeweiligen  Breite  der  Sonne,  um  mit  Anwendung  derselben  die
Tageslängen  für  jeden  beliebigen  Ort  zu  bestimmen.
Zum  Finden  der  Zeitunterschiede  für  jeden  Ort  der  nördlichen  Halbkugel
dient  die  vom  Oberlehrer  Schellenberger  ausgeführte  Zeichnung  einer  Uhr
mit  einer  beweglichen  innern  Scheibe,  auf  welcher  die  Umrisse  der  Erdtheile
und  die  Lage  einer  Auswahl  von  Orten  eingezeichnet  sind.  Ein  Zeiger  vermittelt ­
  das  Ahlesen  der  gesuchten  Zeit.
Schliesslich  ist  noch  zu  bemerken,  dass  in  sehr  vielen  Atlanten  Blätter  zur
kosmischen  Geographie  (Planetensystem,  Mond  etc.)  Vorkommen,  z.  B.  in  den
Atlanten  von  Stieler,  von  Sydow,  Bromme,  des  geographischen  Instituts  von
Weimar  u.  a.,  auch  zahlreiche  derlei  Illustrationen  in  Schulbüchern  über  mathematische ­
  Geographie  (z.  B.  von  Steinhäuser,  Wien  bei  Beck  1857).
b)  Telluro-Lunarien,  Planetarien,  Armillarsphären.  Mit  der  fortschreitenden ­
  Ausbildung  der  Schüler  nehmen  die  einschlägigen,  schon  in  den
Bürgerschulen  verwendeten  Apparate  eine  complicirtere  Gestalt  an.
So  potenziren  sich  die  Telluro-Lunarien  zu  mittels  Uhrwerken  getriebenen
Maschinen,  die  selbst  die  grösseren  Ungleichheiten  der  Mondbewegung  zu  zeigen
vermögen,  die  aber  der  Kosten  wegen  von  Schönninger  in  Wien  nur  auf
Bestellung  verfertigt  werden.  Planetarien  bis  einschliesslich  des  Mars  liefert
Felkl  in  Prag  in  verschiedenen  Grössen  zu  30  bis  200  Gulden.  Schönninger
verbindet  auf  Verlangen  Planetarien  mit  der  grössten  Gattung  seiner  Armillarsphären ­
  (Ringkugeln)  und  beabsichtigt  letztere,  deren  grössere  Gattung  mit

1)  Die  allgemeine  Einleitung  S.  76  in  der  Abtheilung  „Volks-  un( ]  Bürgerschule”.
            
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