4. Geographische Lehrmittel für Mittelschulen.
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e) Hypsometrische oder Schiehtenkarten. Sie haben den Zweck, die
absolute und relative Höhe durch horizontale Linien von bestimmter ab
soluter Höhe und einer dem Massstabe angemessenen vertikalen Distanz, mit
Zuhilfename von Fax-benschichten zur sogleichen Erkenntniss des Gleichhohen,
deutlicher auszudxüicken, als diess mit der gewöhnlichen Bei’gzeichnung erreicht
werden kann. Die vorzüglichste inländische Leistung in diesem Genre, das
fertige Blatt der hypsometrischen Karte von Böhmen (von 25 zu 25 Meter) von
Professor Kofistka in Prag fehlt in der Ausstellung, so wie auch dessen hypso
metrische Karte von Mähren und Schlesien (Hölzel in Olinütz 1863) mit Schich
ten von 1000 zu 1000 Fuss. Dagegen finden wir 15 Blätter der auf Kosten
des k. k. Unterrichts - Ministeriums herausgegebenen, von Yal. E. v. Streff-
leur und A. Steinhäuser (Geripp) bearbeiteten, mit Farbenschichten (nach
einer von Px’ofessor Simony aufgestellten Scala) gedruckten Karten der
österreichischen Kronländer. Ihr Erscheinen begann im Jahre 1865, ihre
Vollendung erfolgte 1873. Sie haben den gemeinsamen Massstab von ggj^j
und aus ihnen hat HeiT Artillerie - Oberlieutenant Köchert (der ungleichen
Schichtenhöhe wegen, die in den Alpen grösser, in den Flachländern kleiner
ist, nicht ohne Schwierigkeit) das gi’osse ausgestellte Schichtenrelief zusammen
gesetzt und dasselbe zur Erzielixng grösserer Harmonie nach einer etwas ver
änderten Farbenscala übermalt. Der Gewinn, den das orogi’aphische Studium
aus solchen Darstellungen zu ziehen vermag, darf nicht unterschätzt werden.
Die hypsometiische Karte von Steiermark von Gobanz mit Schichten voix
1000 zu 1000 Fuss (Graz 1864) mangelt ebenfalls und aus leicht erklärlichen
Gründen so manche andere hypsometrische Einzelkarte (von Keil, Jokely u. a.)
die in den Jahrbüchern der gelehrten Gesellschaften, Alpenvereine etc. vorkommt.
In A. Steinhauser’s Schulatlas (Wien Artaria 1865 bis 1869) ist der
erste Versuch gemacht, bei den Doppelkarten der europäischen Staaten das
hypsometrische Element schon in die Mittelschule einzuführen und das Ver-
ständniss dafür anzubahnen.
Die grossen Verdienste des F. Z. M. Kitter v. Hauslab um die hypso
metrischen Karten können leider nicht in dieser Ausstellung gewürdigt werden,
weil seine hervorragendsten Arbeiten sich noch in der Londoner Karten
ausstellung befinden.
In Hölzel’s Veiiag erschien eine hypsometrische Karte vom Lande ob
der Enns und Salzburg von Bl. Kozenn im Farbendrucke in 1 Bl. (^-A-
der Natur) mit Schichten von 500, 1000 und 2000 Wiener Fuss Abstand.
Für den Unterricht verwendbar sind auch: die von Sr. Excellenz Herrn
F. Z. M. Kitter v. Hauslab bearbeitete Schichtenkarte der norischen
Alpen (Wien bei Artaria 1865) ; Ravenstein’s hypsometrische Karten von
Europa und Deutschland (4 Bl.) die einen Bestandtheil des Meyer’schen
Atlas (Hildburghausen, bibliographisches Institut) bilden; die Schichtenkarte
von Deutschland aus dem Stieler’schen Atlas u. a. Hiehcr gehören, obgleich