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Mittelschulen: YII. Geographie.
nützlichen Lehrmittel zum Anschauungs-Unterrichte einzureihen ; und dürften
auch einige Bilder von vulkanischen Ausbrüchen (man sehe Schmidt’s Erup
tion des Vesuvs, in Hölzel’s Verlag) willkommen sein.
c) Zur politischen und historischen Geographie.
a) Wandkarten. Besitzen wir nur wenige Wandkarten inländischen Kunst-
fleisses zur politischen Geographie, so können wir uns solcher für das Geschichts
studium noch weniger rühmen und müssen sich unsere Mittelschulen zur Geschichte
des Alterthumcs mit Kiepert’s Karten der alten Welt, Alt-Italiens, des Börner-
reiches, Alt-Griechenlands und Palästinas (Berlin bei Beimer 1868 — 71); zur
neueren Geschichte mit den 10 Karten von Europa von Brettschneider
versorgen, oder es müssen, wie die 3 historischen Pläne von Wien (1265
bis 1500) vom städtischen Lehrer Bernhard, die Handkarte der Völker
wanderung von Bobert Manzer (mit eingeschriebenen mehrfärbigen Zahlen an
den Völkersitzen): und die Wandkarte der Völkerwanderung (mit Strichen
von verschiedener Farbe) von H. Teissler (B. G. Tabor), die von Alt-
Griechenland und seinen Kolonien (B. G. Tabor) zeigen, die Professoren Lehr
mittel dieser Art selbst schaffen. Für die politische Geographie gibt cs
keinen zusammenhängenden Wand-Atlas im Geiste von Sydows Erdtheilkarten,
sondern nur vereinzelte Karten, z. B. von Deutschland von Kiepert (Berlin
bei Beimer), von Stülpnagel (Gotha bei Perthes), von Bavenstein (Hildburg-
hausen, Bibi. Inst.) etc. Kur bezüglich Europas vermögen wir den Produc-
ten des deutschen Beiches (Kiepert 1873) die Verlags-Artikel von Artaria
(Wandkarte von Schulz in 6 Blättern, von Oberst Scheda in 25 Blättern)
entgegenzustelleu. Eine politische Wandkarte der österreichisch-ungarischen
Monarchie von Scheda in 4 grossen Blättern ist im Verlage von Artaria in
Wien soeben erschienen, vorläufig ohne Terrain.
Als Wandkarte für den Unterricht kann auch die ethnographische Karte
des österr. ungar. Kaiserstaates gelten (4 BL), die unter dem Kamen des Heraus
gebers (Czörnig) vortheilhaft bekannt ist. Aus ihr wurde eine kleinere (in
1 Bl.) reducirt, die gegen die nahe gleich grosse von Kiepert nicht zurücksteht,
und der kleinen ethnographischen Karte im Atlas von Steinhäuser zur Grund
lage gedient hat. Als Handzeichnung liegt vor eine ethnographische Karte
von Europa in cechischer Sprache (BG. im Tabor).
b) Atlanten. Wenn die vom geographischen Institute in Gotha heraus
gegebenen Schnl-Atlantcn von Stielcr (mehrere Ausgaben mit varirender Kar
tenzahl) und von E. v. Sydow (42 Kt.) zuerst genannt werden, so geschieht
diess, weil sie die Vorläufer der neueren österreichischen Atlanten waren, und
diese mehr und weniger in der Anordnung und Ausführung sich ihnen anschliessen.
So nähert sich der Atlas von Kozenn (Verlag von Holzel, mehrere Ausgaben
mit 18 und mehr Karten), der im Jahre 1861 erschien, mehr dem Stielcr-