C. Ausstellungsobjecte.
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Einige besonders gut dotirte Mittelschulen Wiens geben der ausgestellten
Sammlung physikalischer Apparate in nichts nach oder übertreffen sie sogar
nach mancher Richtung. Wir nennen beispielsweise die Communal-Ober-Real
schule Wieden, das k. k. Gymnasium im Theresianum, sowie jenes im Stifte
Schotten zu Wien. Das Letztere legte in der Ausstellung einen Catalog vor,
betitelt: „Mathematisch-chemisch-physikalisches Museum des k. k.
Gymnasiums des Stiftes Schotten in Wien”, aus dem der Reichthum
seiner für den Lehrzweck berechneten Sammlungen in erfreulicher Weise zu
entnehmen ist.
Der stets steigende Absatz physikalischer Schulapparate hat auch bereits
den betreffenden Erwerbszweig in Oesterreich sehr gehoben. Der k. k. Hof-
mechaniker W. J. Hauck versendet seine physikalischen Instrumente in grös
serem Massstabe nach Russland und theilweise auch nach Deutschland. Der
Elektriker Carl Winter, dessen Apparate in der Gruppe 14 zu sehen sein
werden, hat vielseitig und weithin ausser Oesterreich Absatz für seine Erzeug
nisse auf dem Gebiete der Reibungs-Elektricität. Die Leistungsfähigkeit unserer
Mechaniker, Optiker und der damit verwandten Firmen wird in der Gruppe 14
zu beurtheilen sein; es wird daselbst klar werden, dass wir den Bedarf
mathematisch - physikalischer Lehrapparate fast vollständig aus dem Inlande
decken können.
Heben den physikalischen Lehrapparaten leisten auch physikalische Wand
tafeln, nach mehrfacher Richtung, gute Dienste; man findet daher solche, nicht
selten von den vorgeschritteneren Schülern unter Anleitung des Fachlehrers
angefertigte, Behelfe an vielen unserer Mittelschulen. Hieher gehören als Beleg
die vom Leopold Städter Real- und Ober-Gymnasium zu Wien in 2
Portefeuillen ausgestellten 39 chemisch-physikalischen Wandtafeln, von welchen
24 für die Physik bestimmt sind. Acht Stück der letzteren sind die bekannten
Bopp’schen Tafeln; die übrigen sind von dem an der genannten Lehranstalt
wirkenden Prof. Th. Schulz entworfen. Ferner haben wir hier noch einer vom
Real-Ob er-Gymnasium in Tabor ausgestellten Wandtafel zu erwähnen
welche die Farbenerscheinungen mittels polarisirten Lichtes in farbigen Zeich
nungen darstellt.
Die hohe Bedeutung der Wellenlehre und die Schwierigkeit einer klaren
Darlegung derselben hat zur Erfindung mannigfacher Wellenapparate geführt;
wir erinnern hier nur an Wheatstone, Eisenlohr, Fessel, Schulze, Ger
ling, Müller, Wolf-Diacon und Crova, -welchetheils mit mechanischen, theils
mit mechanisch- optischen Hilfsmitteln die Schwingungsgesetze experimentell nach
zuweisen gesucht haben. Auch der österreichische Lehrerstand war bestrebt,
in dieser Richtung der Auffassung des Schülers durch demonstrirende "V orrich-
tungen beizustehen, und es sind hier die Hochschul-Professoren Dr. 4 . Pierre
(1861), Dr. E. Mach (1870) Dr. St. Kuezynsky (1871), ferner die Mittel-