380 Mittelschulen: IX. Physik. B. An Realschulen.
Diese Wellenscheiben sind zwar kleiner und mit zarteren Zeichnungen
versehen als die vorigen, aber sie eignen sich doch noch für öffentliche Schu
len. Der Durchmesser je einer der Kreisscheiben beträgt ohne Kähmen 54 Cen-
timeter, mit letzterem 62 Centimeter; die Weite der für die schwingenden
Theilchen bestimmten Spalte misst nahezu 4 Millimeter.
Obwohl jede der Wellenscheiben sich leicht auf die Drehaxe eines ein
zigen Gestelles bringen liesse, hat der Aussteller es doch vorgezogen, jede
Scheibe selbstständig mit Ständer, Schirm- und Drehvorrichtung zu versehen,
damit Jedermann sogleich den entsprechenden Yersueh zu machen in Stand
gesetzt sei.
Der schwarze Schirm für Nro. 1 und 2 hat 4, unter einem rechten Winkel
sich kreuzende Radialspalten, um so den Zustand der Welle zu Anfänge, fer
ner nach V« Vv 3 U der Schwingungszeit ersichtlich zu machen.
Kür die transversal fortschreitenden Schwingungen besitzt der Schirm
7 Radialspalten, von welchen jede 4 Millimeter breit ist und welche um
8 Millimeter von einander abliegen.
An den Dvofak’schen Scheiben sind 3 ganze Weilen gezeichnet, wodurch
sich die Erscheinung lebendiger und so gestaltet, dass dem Schüler eine grös
sere Anzahl schwingender Schichten zum Vergleichen vorgefiihrt wird.
Endlich hat noch der Aussteller seinen Apparat derart eingerichtet, dass
er sich als lehrreiches Thaumatrop mit den mannigfachsten Combinationen
benützen lässt.
Die äussere Porm des Dvof ak’schen Apparates ist nicht elegant, aber dem
Kenner gerade dadurch interessant, dass sie verräth, der Aussteller habe den
Apparat selbst angefertigt. Und diess ist sehr löblich, weil hiedurch junge
Lehrkräfte und selbst Schüler zu ähnlichen Arbeiten angeeifert werden.
Prof. Ant. Steinhäuser zeigt einen Stabilitäts-Apparat, welcher sich
von den bisher bekannten Apparaten dieser Art dadurch unterscheidet, dass er
bei den umzuwerfenden Körpern rationale Verhältnissse für die experimentale
Verification einführt und alle dabei vorkommenden Fragen berücksichtigt; wir
verweisen bezüglich des Näheren auf die Beschreibung, welche der Aussteller in
der Zeitschrift „Die Realschule”, 1872, im II. Band, Seite 239 gegeben hat.
Prof. A. Steinhäuser stellte ferner eine Vorrichtung zur Demonstra
tion des Dichtenmaximums beim Wasser aus. Gewöhnlich verwendet
man zu dieser Nachweisung ein Wasserthermometer, wobei nur wenige Schüler
die Aenderungen im Stande des Wasserfadens wahrnehmen können. Der Aus
steller benützt dagegen das Princip der schon von den Akademikern del Cimento
gekannten, später (1757) von Alexander Wilson wieder aufgenommenen und
von Lovi verbesserten „aräometrischen Glasperlen” in einer ihm eigenthümlichen
Weise, worüber in der Zeitschrift: „Die Realschule”, 1873 (im III. Band, Seite
10) nachzulesen ist. Wie der Aussteller in seiner eben angezogenen Arbeit
selbst bemerkt, zeigt seine Vorrichtung wohl das Vorhandensein eines Dichten-